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Heftige Regenfälle : Hubschrauber retten Japaner aus Fluten

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Hoffen auf einen Hubschrauber: Bewohner eines Hauses in der Provinz Ibaraki Bild: AP

Ein Taifun brachte sintflutartigen Regen: Der Osten Japans wird von gewaltigen Überschwemmungen heimgesucht, 150.000 Menschen müssen in Sicherheit gebracht werden. Bisweilen müssen sie auf ihren Dächern ausharren.

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          Heftige Regenfälle haben im Osten Japans gewaltige Überschwemmungen und Erdrutsche verursacht. In teils dramatischen Rettungsaktionen wurden Dutzende Menschen mit Hubschraubern von Dächern und Balkonen ihrer Häuser gerettet. Hunderte Häuser wurden von den Wassermassen erfasst, als Uferbefestigungen und Deiche des Flusses Kinugawa nachgaben. Dutzende von Quadratkilometern wurden überschwemmt, einzelne Häuser, Bäume und Autos fortgerissen. Rund 150.000 Menschen in der Region waren aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

          Luftaufnahmen von den schweren Überschwemmungen erinnerten an die Tsunami-Katastrophe, die die Region vor viereinhalb Jahren heimsuchte und bei der rund 18.500 Menschen ums Leben kamen. Das japanische Fernsehen zeigte am Donnerstag Szenen, wie Menschen in den am schwersten betroffenen Provinzen Ibaraki und Tochigi mit Tüchern von Balkonen und Dächern ihrer Häuser um Hilfe riefen. Rettungseinheiten und das Militär setzten Hubschrauber ein, um Dutzende von Opfern in Sicherheit zu bringen. Noch am späten Nachmittag warteten rund 200 Menschen auf die Rettung.

          Rettung von oben ist für viele Flutopfer die einzige Möglichkeit, den Wassermassen zu entkommen. Bilderstrecke

          Eine 63 Jahre alte Frau wurde nach einem Erdrutsch als vermisst gemeldet. In der auch unter ausländischen Touristen beliebten Ausflugsregion Nikko wurde ein Hotelgebäude beschädigt. Auch ein Fluss in der Provinz Fukushima trat über die Ufer und schnitt Hunderte von Haushalten von der Umwelt ab.

          In Fukushima liegt auch das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, in dem es 2011 in Folge der Tsunami-Katastrophe zum Gau gekommen war. Wegen der Regenfälle drohte Wasser vom Gelände der Atomruine ins Meer zu fließen. Ein Regierungssprecher erklärte jedoch, die Strahlung des Regenwassers liege „ausreichend“ unter den zulässigen Grenzwerten.

          Eine der Ursachen der teils rekordhohen Regenfälle ist ein Taifun, der am Vortag über Zentraljapan hinweggezogen war. Obgleich der Sturm später über dem Meer zu einer Tiefdruckzone abklang, warnte die Meteorologische Behörde für den Osten und Nordosten vor den Gefahren durch den starken Regen. Auch im Raum Tokio wurde noch bis zum frühen Freitag weiterer starker Regen erwartet.

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