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Flugzeugabsturz über dem Atlantik : „Le Monde“: Parallelen zu Anschlag von 1989

Die Suche nach den Opfern beginnt gerade erst Bild: REUTERS

Während die Bergung der Wrackteile begonnen hat, rätseln Fachleute über die Ursache für den Absturz des Airbus. Laut „Le Monde“ gibt es Parallelen zu dem Bombenanschlag auf das DC10-Flugzeug der französischen Fluggesellschaft UTA über der Wüste von Ténéré 1989.

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          Die französischen Unfallermittler haben am Mittwoch Hoffnungen auf eine schnelle Aufklärung des mysteriösen Absturzes des französischen Airbus 330-200 über dem Atlantik gedämpft. Ein erster Bericht sei frühestens für Ende Juni zu erwarten. „Wir wissen heute nichts, es handelt sich nur um Spekulationen. Man muss die Fachleute arbeiten lassen, damit wir Informationen bekommen, denen wir vertrauen können“, sagte der Direktor der französischen Behörde für die Sicherheit der zivilen Luftfahrt (Bureau d'enquêtes et d'analyses, BEA), Paul-Louis Arslanian, in Paris. Arslanian bezweifelte, dass die beiden Flugschreiber des Unglücksflugzeugs im Atlantik schnell gefunden werden könnten. Die „black boxes“ lägen wahrscheinlich tief am Meeresboden, der in der Absturzregion von Unterwassergebirgen zerklüftet sei. Der Chef der französischen Ermittlungsbehörde sagte, er sei „nicht besonders zuversichtlich“.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Frankreich versucht, mit einem flugzeuggestützten Radarsystem die Absturzstelle des Air-France-Airbus einzugrenzen. „Wir gehen von einer Luftoperation über einem riesigen Gebiet zu einer Seeoperation auf begrenztem Raum über“, sagte Kommandant Christophe Prazuck vom französischen Verteidigungsministerium. Ein französisches Awacs-Radarflugzeug soll das Absturzgebiet überfliegen und die Trümmerspur kartografieren. Auf diese Weise solle die genaue Absturzstelle ermittelt werden, hieß es in Paris. Die Fundstellen sollen östlich von der Position liegen, von der die letzten automatischen Fehlermeldungen des Airbus eingingen.

          Weitere Wrackteile entdeckt

          Die brasilianische Luftwaffe hat inzwischen weitere Wrackteile entdeckt. Darunter befinde sich auch ein Wrackteil mit einem Durchmesser von etwa sieben Metern, sagte Luftwaffensprecher Jorge Amaral am Mittwoch in Brasília. Die brasilianische Marine hat von den Häfen in Natal, Maceió und Salvador aus Schiffe in das Gebiet 1100 Kilometer nordöstlich von Natal entsandt, wo die Wrackteile entdeckt worden waren. Das größte dieser Schiffe ist die Fregatte Constituição mit 200 Mann an Bord. Sie führt außerdem einen Hubschrauber mit. Die Ankunft der Schiffe verzögerte sich wegen schlechten Wetters. Das Wetter scheint auch bei dem Unglück zumindest eine zusätzliche Rolle gespielt haben. Die brasilianische Luftwaffe hatte für das Gebiet, in dem sich am frühen Pfingstmontag die Katastrophe ereignete, eine Gewitterwarnung herausgegeben. Sie enthielt den Hinweis, dass die Wolkenobergrenze bis in eine Höhe von 38.000 Fuß (11,6 Kilometer) reiche.

          Nicht alle Trauergäste fanden in der Kathedrale von Notre Dame Platz

          Nach brasilianischen Medienberichten haben die Piloten des Airbusses 330-200 entgegen ihrem Flugplan bei dem virtuellen Punkt „Intol“ 565 Kilometer nördlich von Natal das Flugzeug nicht auf die Flughöhe von 37.000 Fuß (11,3 Kilometer) steigen lassen, sondern eine Höhe von 35.000 Fuß (10,7 Kilometer) beibehalten. Dies hat die Auswertung von Radardaten ergeben. Der Grund für die Entscheidung der Piloten ist nicht bekannt.

          Ökumenischer Trauergottesdienst in Notre-Dame

          Drei Handelsschiffe, zwei aus den Niederlanden, eins aus Frankreich, haben ihre Route geändert und kreuzen jetzt in dem Unglücksgebiet. Sie sollen mithelfen, die Trümmerteile zu bergen. Frankreich will zusätzlich ein Spezialschiff, die „Pourquoi pas“, mit zwei Tauch-Robotern an Bord entsenden, die bis zu 6000 Meter unter Wasser operieren können. Die „Pourquoi pas“ soll Ende der Woche an der Absturzstelle eintreffen. Brasilien entsandte fünf Militärschiffe, von denen das erste am Mittwoch eintraf.

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