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Flugzeugabsturz : Morales’ Verbindungen zum Unglücksflugzeug

Kurz nach der Katastrophe hatte Morales behauptet, er habe nicht gewusst, dass es sich bei Lamia um eine bolivianische Fluggesellschaft handele. Bild: Reuters

Nach der Flugzeugkatastrophe in Kolumbien kommen Verbindungen zwischen dem bolivianischen Präsidenten Morales und der Fluggesellschaft Lamia ans Licht.

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          Nach den Trauerfeiern in Brasilien und Bolivien für die meisten der 71 Opfer der Flugzeugkatastrophe von Medellín im Nordwesten Kolumbiens haben bolivianische Medien die langjährige Freundschaft von Präsident Evo Morales mit dem Chef der betroffenen Fluggesellschaft Lamia, Gustavo Vargas, beleuchtet. Danach war der pensionierte Luftwaffengeneral viele Jahre der persönliche Pilot von Präsident Morales, sowohl zu Beginn von dessen Amtszeit in den Jahren 2006 und 2007 im Präsidentenflugzeug wie auch zuvor in Charterflugzeugen, als Morales Gewerkschaftsführer und Präsidentschaftskandidat war.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Der Sohn des Fluglinienchefs, der ebenfalls Gustavo Vargas heißt, war zudem der Leiter der Behörde, die in Bolivien Lizenzen für den Flugverkehr erteilt. Demnach hat der Sohn als Behördenleiter der Fluglinie seines Vaters die Lizenz erteilt, nachdem die 2009 in Venezuela gegründete Charterfluggesellschaft 2015 von dort nach Santa Cruz im Osten Boliviens übergesiedelt war. Der Behördenleiter Vargas wurde vom zuständigen Minister Milton Claros in La Paz am Freitag vorübergehend von seinem Amt suspendiert.

          Präsident Morales flog mit Lamia

          Bolivianische Medien berichteten außerdem, dass Präsident Morales sowie mehrere Minister und Gouverneure am 15. November selbst mit dem vierstrahligen Unglücksflugzeug von Lamia auf einem bolivianischen Inlandsflug unterwegs waren. Bevor der Flug des Präsidenten mit Lamia bekannt wurde, hatte Morales behauptet, er habe nicht gewusst, dass es sich bei Lamia um eine bolivianische Fluggesellschaft handele.

          Das Flugzeug mit Morales an Bord war von dem Piloten Miguel Quiroga gesteuert worden – dem gleichen Kapitän, der als Hauptverantwortlicher für die offenbar durch Treibstoffmangel verursachte Katastrophe von Medellín gilt und bei dem Absturz starb. Quiroga ist neben Gustavo Vargas dem Älteren Haupteigner der Charterfluggesellschaft Lamia.

          Flug ohne Reserven

          Der Leiter der kolumbianischen Flugaufsicht, Freddy Bonilla, sagte, die Cockpitbesatzung habe internationale Vorschriften zu den Treibstoffreserven missachtet. Unklar ist, warum die bolivianische Flugaufsicht in Santa Cruz einen Flugplan genehmigte, der für einen Flug von 4:22 Stunden Dauer eine Treibstoffmenge für exakt die gleiche Flugdauer aufgelistet hatte.

          Vorgeschrieben sind Kerosinreserven für mindestens 45 Minuten zusätzlicher Flugzeit. Dem Unternehmen war am Donnerstag von den Behörden in La Paz vorläufig die Lizenz entzogen worden. Der Schritt hat nur symbolischen Wert, weil die Gesellschaft zuletzt nur über ein einsatzfähiges Flugzeug verfügt hatte: Jenes, das in Kolumbien abstürzte.

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