https://www.faz.net/-gum-7uaf6

Flugzeugabsturz im Sauerland : Learjet-Kollision mit Eurofighter wohl durch Flugfehler verursacht

  • Aktualisiert am

Die Absturzstelle im Sauerland am 24. Juni Bild: dpa

Eine zu enge Linkskurve ist wahrscheinlich Schuld an dem Zusammenstoß eines Learjets mit einem Eurofighter der Bundeswehr über dem Sauerland im Juni. An diesem Mittwoch wird ein Zwischenbericht vorgestellt.

          1 Min.

          Der Zusammenstoß eines Learjets mit einem Eurofighter im Juni über dem Sauerland geht einem der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge auf einen zu engen Kurvenradius des Zivilflugzeuges zurück. Der Learjet sei eine zu enge Linkskurve geflogen, wodurch er mit dem Eurofighter kollidierte, berichtete die Zeitung. Das gehe aus einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hervor, der der Zeitung vorliege.

          Der Kampfjet sei demnach eine Linkskurve geflogen, während der Learjet zunächst leicht nach rechts steuerte und dann ebenfalls in eine Linkskurve gegangen sei. Laut der Aufzeichnungen des „Cockpit Voice Recorders“ habe der Kopilot des Learjets zu dem Zeitpunkt gesagt: „Kannst du mal nehmen, ich kann den nicht mehr sehen.“ Zehn Sekunden später habe der Rekorder dumpfe Geräusche aufgezeichnet, bevor die Aufzeichnung nach einer Sekunde stoppte.

          Zu dicht von unten heran geflogen

          Bereits wenige Tage nach der Kollission des aus Schleswig-Holstein stammenden zivilem Flugzeugs mit einer Bundeswehrmaschine ging die Luftwaffe von einem Fehler des Learjet-Piloten aus. Da bei dem Eurofighter der Außentank abgerissen sei, vermute man, dass die Privatmaschine zu dicht von unten an den Kampfjet heran geflogen sei, sagte Ende Juni ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin.

          Die an einer Routine-Übung beteiligte Privatmaschine war am 23. Juni in etwa 2500 Metern Höhe mit einem Eurofighter der Luftwaffe kollidiert und in unmittelbarer Nähe von Häusern der Ortschaft Olsberg-Elpe abgestürzt. Es sollte die Situation simuliert werden, dass eine zivile Maschine ohne Funkverbindung in den deutschen Luftraum eintritt und von einem vorausfliegenden Eurofighter zum Landen gebracht werden soll.

          Situationen in denen der Funkkontakt ausfällt sind nicht selten und meistens harmlos. Aufgabe der Eurofighter sei es dann, Sichtkontakt zu dem Flieger aufzunehmen und zu klären, ob es sich um eine Entführung handelt. Erst wenn dann die Funkverbindung nicht mehr hergestellt werde, sollen die Eurofighter das Flugzeug zur Landung zwingen. Bei dem Absturz im Juni kamen die beiden Insassen des Learjets, die ehemalige Militärpiloten waren, ums Leben.

          Topmeldungen

           Unsere Sprinter-Autorin: Jessica von Blazekovic

          F.A.Z.-Sprinter : Anschnallen, bitte!

          Während sich Großbritannien auf einen Showdown vorbereitet, geht das dramatische Kräftemessen zwischen dem türkischen Militär und der kurdischen Miliz YPG weiter. In Deutschland stehen die Zeichen auf Abschwung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.