https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/flugzeugabsturz-im-sauerland-dann-habe-ich-die-flammen-gesehen-13006346.html

Flugzeugabsturz im Sauerland : „Dann habe ich die Flammen gesehen“

  • Aktualisiert am

Ein Anwohner hat brennende Trümmerteile fotografiert Bild: dpa

Sie wollen für den Ernstfall proben, doch die Übung der Luftwaffe endet tragisch. Eine am Manöver beteiligte Zivilmaschine wird von einem Kampfjet touchiert und stürzt ab. Ein Mensch stirbt, ein zweiter wird vermisst.

          2 Min.

          Durch einen lauten Knall werden die Bewohner des beschaulichen Örtchens Elpe bei Olsberg im Sauerland am Montagmittag aus der Ruhe gerissen. In einer Höhe von 3000 bis 5000 Metern hat bei einem Bundeswehr-Manöver ein Kampfjet eine beteiligte Zivilmaschine touchiert. Der Learjet stürzt auf einer Wiese am Ortsrand ab. Die nächsten Häuser sind nur einige Steinwürfe entfernt. Das mit einem Piloten und einem Passagier besetzte Flugzeug geht beim Aufprall in Flammen auf. Mindestens ein Mensch kommt ums Leben. Am Abend finden die Ermittler Leichenteile am Wrack.

          Die zwei Eurofighter und die zivile Maschine der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) waren in gemeinsamer Mission am Himmel unterwegs und wollten den Ernstfall simulieren - einer in Not geratenen Maschine zur Hilfe kommen. Doch etwas läuft schief - was genau, sollen jetzt der General Flugsicherheit der Bundeswehr sowie die Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung herausfinden.

          Absturz nahe Wohnhäusern

          Direkt nach dem Unglück wird der kleine Ferienort in der Nähe des Freizeitparks Fort Fun weiträumig abgesperrt. Mehrere Hubschrauber kreisen in der Luft, um nach den Insassen zu suchen - für den Fall, dass die beiden sich per Fallschirm aus dem Flugzeug retten konnten.

          Im Ort wird nach ersten Angaben von Polizei und Feuerwehr niemand verletzt. Glücklicherweise ist das Flugzeug nach der Kollision noch weiter geflogen und erst direkt hinter den letzten Häusern aufgeprallt. Einige Hundert Meter weiter wohnt Bernd Klauke. Er ist nur Minuten vor dem Absturz genau an der Unglücksstelle vorbei nach Hause gefahren. „Dann habe ich einen Knall gehört und die Flammen gesehen. Ich mag mir nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn ich später nach Hause gekommen wäre“, sagt er.

          Kampfjet landet schwer beschädigt

          Nicht nur Klauke, sondern alle Einwohner des Örtchens Elpe haben Glück gehabt, denn die Absturzstelle befindet sich nur wenige Meter hinter dem Ortsausgang. Das Bugrad des Fliegers liegt ohne Reifen am Rand einer Weide, einige Meter weiter sind mehrere Haufen verbrannter Wrackteile. Unten im Tal liegt der Rest des Flugzeuges.

          In der Nähe von Olsberg stürzte das Privatflugzeug ab Bilderstrecke
          In der Nähe von Olsberg stürzte das Privatflugzeug ab :

          Auch einige Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Ortes werden Wrackteile entdeckt. Sie stammen nach Auskunft der Feuerwehr von dem Kampfjet, der es nach der Kollision noch schwer beschädigt zum Stützpunkt nach Nörvenich bei Köln schafft.

          „Wie ein ADAC in der Luft“

          Es sei eine Glanzleistung des Piloten des beschädigten Flugzeugs gewesen, seine Maschine wieder sicher zurückzubringen, sagt der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31, Oberst Andreas Hoppe. Er ist Chef der Einheit, zu dem die beiden Eurofighter gehören.

          Was über den Bergen des Sauerlands passiert ist, weiß Hoppe noch nicht, als er am Nachmittag im Fliegerhorst Nörvenich Auskunft gibt. Das Flugmanöver, bei dem die Piloten der Bundeswehr Sichtkontakt zu dem bei einer privaten Firma gemieteten Maschine aufnehmen, werde immer wieder geübt. Die Eurofighter sind auch für die Sicherheit des Luftraums über Deutschland zuständig. Dazu gehört, in Not geratene Flugzeuge zu einem Flughafen zu begleiten. „Das ist ein bisschen wie ein ADAC in der Luft“, beschreibt Hoppe die Aufgaben seiner Piloten.

          Topmeldungen

          Corona-Welle : Muss sich Nordkorea jetzt öffnen?

          Kim Jong-un hatte gehofft, das Coronavirus werde sein Land nie erreichen. Jetzt ist es da – und Impfstoff fehlt. Der Machthaber weist die Schuld von sich.
          Weizen wird knapp: Familien in Jemens Provinz Lahdsch erhalten Mehl-Rationen. Die Versorgung wird wegen des Ukrainekrieges immer schwieriger.

          Getreidekrise durch den Krieg : Putin setzt auf Hunger

          Russland beschuldigt die Ukraine, ihre Häfen zu blockieren und damit schuld an der globalen Getreideknappheit zu sein. Gleichzeitig intensiviert Moskau die Propaganda in Afrika.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Baufinanzierung
          Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
          Automarkt
          Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen
          50Plus
          Serviceportal für Best Ager, Senioren & Angehörige