https://www.faz.net/-gum-12wk3

Flugzeugabsturz : Details über die Vermissten werden bekannt

  • Aktualisiert am

Auch Angehörige fahren zum Charles-de-Gaulle Flughafen. Bild: AFP

„Es ist eine menschliche Katastrophe“, sagte Kanzlerin Merkel. Sie wünsche den Angehörigen „viel Kraft in diesen schweren Stunden.“ Nach Angaben der Fluggesellschaften waren 228 Passagiere an Bord der vermissten Air France Maschine. Angehörige melden nun die ersten Vermissten.

          3 Min.

          Nach dem Flugzeugabsturz vor der brasilianischen Küste müssen die Angehörigen der Opfer weiter auf Gewissheit warten. An Bord der Maschine waren nach Angaben der Air France 61 Franzosen, 58 Brasilianer, 26 Deutsche, neun Italiener und neun Chinesen sowie Bürger von 27 weiteren Staaten. Die Zahl der deutschen Passagiere steht nach Angaben von Außenminister Frank-Walter Steinmeier noch nicht endgültig fest. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes stehe in enger Verbindung mit den französischen Behörden. „Es ist eine schwere Stunde für uns alle“, sagte der Minister. Steinmeier sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

          Zwei Freundinnen aus Hamburg

          An Bord der abgestürzten Air-France-Maschine waren nach derzeitigen Erkenntnissen auch zwei Frauen aus Hamburg. Eine 38-Jährige aus dem Stadtteil Hoheluft und eine 24-Jährige aus Barmbek gelten als vermisst, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch in der Hansestadt sagte. „Die beiden Freundinnen haben zusammen Urlaub
          gemacht.“

          Noch ist unklar, ob es Überlebende gibt.

          Opfer aus München

          Einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Mittwochausgabe) zufolge befindet sich unter anderen eine 31 Jahre alte Verkaufsmanagerin eines Münchner Luxushotels sowie ein 54 Jahre alter Architekt aus München unter den Opfern. Auch eine 43 Jahre alte Brasilianerin, die in München lebte, soll sich an Bord des Flugzeugs befunden haben.

          Stuttgarter Musical-Darstellerin war an Bord

          An Bord der verunglückten Air-France war auch die 29 Jahre alte Juliana de Aquino ( „Wicked - Die Hexen von Oz“). Ihre Familie habe noch kurz vor dem Abflug mit ihr telefoniert, bestätigte ein Sprecher des Musical-Unternehmens Stage Entertainment (Hamburg) am Dienstag einen Bericht des Kölner „Express“. Seither gebe es kein Lebenszeichen mehr von der Künstlerin, die in Stuttgart als Madame Akaber auf der Bühne stand. „Wir können uns nicht mehr an den Strohhalm klammern, dass sie den Flieger nicht betreten hat“, sagte Sprecher Stephan Jaekel. Die Brasilianerin spielte zuvor auch im Musical „König der Löwen“.

          ThyssenKrupp-Manager unter den Passagieren

          Unter den Opfern sollen zahlreiche Geschäftsreisende sein. Der Sprecher des Konzerns ThyssenKrupp, Erwin Schneider, bestätigte der AP, dass ein Manager des Unternehmens auf der Unglücksmaschine gebucht war. Eine offizielle Bestätigung dafür, dass der 41 Jahre alte Erich H. an Bord war, gibt es nach seinen Worten aber noch nicht. „Wir müssen abwarten“, sagte der Sprecher. Der Mann ist dreifacher Vater und für die Stahlsparte des Konzerns tätig.

          Anschlussflüge nach Deutschland

          Neun Passagiere wollten von Paris nach Bayern weiterfliegen, acht davon nach München und einer nach Nürnberg, wie Holger Plank vom bayerischen Innenministerium erklärte. Die Identitäten seien nicht zweifelsfrei bestätigt, sagte der Sprecher. Nach derzeitigen Erkenntnissen hätten aber die gebuchten Passagiere auch
          eingecheckt. Nach Medienberichten waren für die Fluggäste aus Deutschland Anschlussflüge auch nach Berlin, Hamburg und Düsseldorf vorgesehen.

          Firma schickte Vertriebsleute als Belohnung nach Rio

          Neun der mutmaßlich mit dem Air-France-Flug AF447 abgestürzten Franzosen haben die Reise nach Brasilien von ihrer Firma geschenkt bekommen. Die zwischen 25 und 35 Jahren alten Vertriebsleute hätten die viertägige Reise nach Rio de Janeiro als Belohnung für ihre gute Arbeit erhalten, sagte der Chef der französischen Elektrikfirma CGED, Laurent Bouveresse, am Dienstag. Jeder von ihnen habe jemanden mitnehmen dürfen, und auch der Vertriebsleiter für die Region Südwest sei mitgeflogen. Insgesamt befanden sich damit zehn Mitarbeiter und neun Angehörige an Bord der Unglücksmaschine, die seit der Nacht zum Montag über dem Atlantik verschollen ist. „Ich habe es am Montagvormittag erfahren“, sagte Firmenchef Bouveresse. „Es war mehr als ein Schock, das kann man nicht beschreiben.“

          Ökumenische Gedenkfeier

          Angehörige der Passagiere der vermissten Air-France-Maschine sind am Mittwoch zu einer ökumenischen Gedenkfeier in der Pariser Kathedrale Nôtre Dame eingeladen. Das teilte die Fluggesellschaft Air France am Dienstag in Paris mit. Frankreich hat die meisten Opfer zu beklagen: Nach Angaben der Fluggesellschaft waren 61 französische Passagiere und elf Crew-Mitglieder an Bord der Maschine, die am Montag auf dem Flug von Rio nach Paris über dem Atlantik abgestürzt ist. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy will die Angehörigen in den kommenden Tagen im Elysée-Palast empfangen.

          Topmeldungen

          Tourismus : Schweiz buhlt um Deutsche

          Den Eidgenossen fehlen die ausländischen Gäste, vielen Hotels droht der Konkurs. Nun wollen sie bei deutschen Touristen punkten – mit praktischen und geldwerten Angeboten.
          Gut gelaunt mit amerikanischen Soldaten am Truppenstützpunkt Ramstein: Amerikas Präsident Donald Trump im Jahr 2018.

          Trumps Abzugspläne : Ein weiterer Tiefschlag

          Sollten Tausende amerikanische Soldaten Deutschland verlassen, würde das vor allem dem Pentagon selbst zu schaffen machen. Für das transatlantische Verhältnis aber verheißt es nichts Gutes.

          Neue Proteste in Amerika : „Kein Frieden ohne Gerechtigkeit“

          In Amerika gehen die Proteste mit unverminderter Kraft weiter. Drei frühere Verteidigungsminister sowie 86 weitere frühere Verteidigungspolitiker und Offiziere stellen sich derweil in einem Gastbeitrag gegen Trumps Militär-Drohung.
          Nicht nur Gnabry (links) und Goretzka trafen für den FC Bayern in Leverkusen.

          4:2 in Leverkusen : Der FC Bayern ist eine Klasse für sich

          Die Münchner meistern die wohl größte Hürde, die auf dem Weg zum Titel noch zu nehmen war, mit dem klaren Sieg in Leverkusen souverän. Die fußballerische Perfektion erinnert an die besten Phasen unter Pep Guardiola.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.