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Flugzeug-Zusammenstoß : Mit der Flügelspitze gegen das Höhenruder

  • -Aktualisiert am

Archivbild einer Boeing 747 von Korean Air in Frankfurt, der Unfall ereignete sich mit einer koreanischen Boeing 777. Bild: dpa

Eine Boeing 777 der Korean Air ist in Frankfurt mit einem Flugzeug aus Namibia zusammengestoßen. Beide Maschinen wurden beschädigt. Die Deutsche Flugsicherung gibt nähere Details bekannt.

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          Nach der Landung ist am Samstagabend gegen 18 Uhr ein Flugzeug von Korean Air auf dem Rollfeld am Frankfurter Flughafen mit einer anderen Maschine zusammengestoßen. Eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport bestätigte den Unfall am Sonntagmorgen der F.A.Z., konnte aber zur Ursache noch keine Angaben machen. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) habe mit den Ermittlungen begonnen und die Schäden an den Flugzeugen aufgenommen.

          Verletzte habe es keine gegeben, da das andere Flugzeug der Air Namibia mit geringer Geschwindigkeit am Boden unterwegs gewesen sei. Jedoch wurden laut Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap beide Flugzeuge beschädigt: das Höhenleitwerk der koreanischen Boeing 777 sowie eine Flügelspitze des Flugzeugs von Air Namibia. Das südkoreanische Flugzeug könne den Rückflug nach Seoul außerdem erst 21 Stunden später als geplant starten. Den Passagieren seien Hotelunterkünfte angeboten worden.

          Die Deutsche Flugsicherung in Langen gab am Sonntagnachmittag nähere Details bekannt: Demnach landete die koreanische Boeing 777 auf der Südbahn und rollte Richtung Terminal. Der Pilot der nachfolgenden Air-Namibia-Maschine wollte an dem Flieger vorbei fahren, doch dann stieß die Flügelspitze seiner Maschine an das sogenannte Höhenruder des Korean-Air-Flugzeugs. „Beide Maschinen mussten abgeschleppt werden“, sagte eine Sprecherin der DFL. Kerosin sei nicht ausgelaufen.

          Ursachen sind noch unklar

          „Das ist definitiv eine Ausnahme“, sagte die Fraport-Sprecherin über die Kollision auf dem Rollfeld. Bei über 1200 Flügen pro Tag am Frankfurter Flughafen gehe die Sicherheit für Fraport immer vor, weshalb klare Sicherheitsregelungen sowie strenge Verkehrs- und Vorfahrtsregeln Kollisionen auf dem Rollfeld eigentlich vermeiden sollen. „Es kann natürlich auch zu menschlichen Fehlern kommen“, sagte die Sprecherin, vermied jedoch Spekulationen über den Unfallhergang.

          Die BFU hat als Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur die Aufgabe, Unfälle und schwere Störungen von Flugzeugen in Deutschland zu untersuchen. Ein Sprecher sagte, dass aktuell von einem „schweren Schaden“ auszugehen sei. „Wir ermitteln die Ursachen, um zu vermeiden, dass sich so ein Ereignis wiederholt. Wir haben nicht die Aufgabe, einen Schuldigen zu finden.“ Die Untersuchung durch die BFU dient neben dem Erkenntnisgewinn nur den Sicherheitsempfehlungen, um ähnliche Unfälle zu vermeiden. Die Klärung der Schuld- und Haftungsfrage fällt nicht in den Aufgabenbereich der BFU.

          Die Flugunfalluntersuchung wird von verschiedenen Beauftragten, teilweise auch nebenamtlich, übernommen, die Piloten, Ingenieure, Psychologen oder Fluglotsen sein können. Im Fall der Kollision in Frankfurt seien bereits die Flugschreiber der beiden Flugzeuge sichergestellt worden, um den Flugdatenschreiber und den Stimmenrekorder im Labor der BFU auszulesen. Ein weiterer wichtiger Teil der Untersuchung ist die Dokumentierung des Schadens an den beiden Flugzeugen. Zusätzlich wertet die BFU die Radardaten, den Flugfunkverkehr, Wetterberichte und das Bodenradar aus, um den Unfallhergang zu analysieren.

          Nach Angaben des BFU-Sprechers wird der Zwischenbericht zu der Kollision am Frankfurter Flughafen voraussichtlich im Januar 2020 veröffentlicht. In diesem finden sich jedoch nur die gesammelten Fakten und erst in dem späteren Abschlussbericht gebe die BFU Erklärungen für die Ursachen und ihre abschließende Sicherheitsempfehlung.

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