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Vermisste Maschine vor Vietnam : Das Rätsel von Flug MH 370

  • Aktualisiert am

Einer von zwei Ölfilmen, die Suchflugzeuge vor der Küste Vietnams entdeckten. Er hat eine Länge von 15 bis 20 Kilometern. Bild: dpa

Kein Notruf, kein schlechtes Wetter, ein erfahrener Pilot - wie konnte es zum Flugzeugunglück in Südostasien kommen? Was die Ermittler stutzen lässt: Zwei Unbekannte an Bord waren mit gestohlenen Pässen unterwegs.

          An Bord der verschwundenen malaysischen Boeing 777-200ER befanden sich mindestens zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen. Wie das Außenministerium in Wien bestätigte, stand der Name eines 30-jährigen Österreichers auf der Passagierliste, der nicht mit dem Flugzeug gereist war. Nach Angaben der Behörden wurde dem Mann vor zwei Jahren während einer Reise durch Asien der Pass gestohlen. Er befinde sich in Österreich, ihm gehe es gut.

          Ein ebenfalls auf der Passagierliste der Malaysia Airlines aufgeführter 37-jähriger Italiener befindet sich dem Außenministerium seines Landes zufolge in Thailand. Ihm sei der Pass vor mehr als einem Jahr gestohlen worden.

          Chinesischen Medienberichten zufolge gehören die beiden Unbekannten, die sich mit den Pässen des Österreichers und des Italieners Zugang zur Maschine verschafften, zu den lediglich sieben Passagieren, die ihr Ticket über die Fluglinie China Southern Airlines gebucht hatten - und nicht über Malaysia Airlines. Insgesamt waren 227 Passagiere an Bord und 12 Besatzungsmitglieder.   

          Minister: Terroranschlag nicht ausgeschlossen

          Am Samstag zitierten malaysische Medien den Verteidigungsminister des Landes mit der Aussage, die Behörden könnten einen terroristischen Hintergrund des Flugzeugunglücks nicht ausschließen. Ministerpräsident Najib Razak sagte: „Unsere Untersuchungen laufen in alle Richtungen.“

          Die Suche nach dem vermutlich abgestürzten Flugzeug dauerte am Samstagabend an. Die Boeing war auf dem Flug von der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur nach Peking, als der Kontakt rund eine Stunde nach dem Start abriss. Freitagnachmittag Ortszeit verschwand die Maschine vom Radarschirm.

          Die Karte zeigt, woher das letzte Signal der vermissten Boeing kam Bilderstrecke

          Das letzte Signal sendete das Flugzeug rund 120 nautische Meilen vor der Küste von Kota Baharu über dem Südchinesischen Meer. Die Maschine hatte ihre Reiseflughöhe von 35.000 Fuß bereits erreicht. Nach Angaben der Fluglinie meldete der Pilot keinen Notfall und keine technischen Probleme, das Wetter war gut. 

          Vietnamesische Suchflugzeuge sichteten rund 250 Kilometer vor der Insel Tho Chu zwei Ölfilme und eine Rauchsäule. Es gebe aber keinen Beweis, dass sie von der Maschine stammten, sagte der stellvertretende vietnamesische Verkehrsminister Pham Quy Tieu. Trümmerteile wurden noch nicht entdeckt.

          Fluglinie gilt als sicher

          Die meisten Passagiere kamen der Fluggesellschaft zufolge aus China. Es waren aber auch 38 Malaysier sowie Australier, Inder und Amerikaner an Bord. Deutsche seien nicht in der Maschine gewesen, hieß es. Die Boeing war am Freitag um 15.21 Uhr (MEZ) in Kuala Lumpur gestartet und sollte um 23.30 Uhr (MEZ) in Peking landen.

          Malaysia Airlines gilt als eine der sichersten Fluggesellschaften in Asien. Sie hat 15 Großraum-Flugzeuge des Typs 777-200ER. Der Pilot der Maschine hat eine Erfahrung von über 18.000 Flugstunden. Auch die seit Mitte der 1990er Jahre weltweit verkaufte Boeing 777 gilt als sehr sicher. Bislang gab es nur einen Unfall mit einer Boeing 777 mit Toten, als im vergangenen Jahr eine Maschine der Asiana Airlines bei der Landung in San Francisco über die Landebahn hinausschoss und gegen eine Begrenzungsmauer raste.

          Am Flughafen von Peking versammelten sich besorgte und verzweifelte Angehörige der Passagiere und warfen der Fluglinie vor, sie im Unklaren zu lassen. „Sie haben uns nur in diesen Raum in einem Hotel versammelt und gesagt, wir sollten warten“, beklagte sich ein Mann. „Wir wollen, dass jemand hier sein Gesicht zeigt. Sie haben uns noch nicht einmal die Passagierliste sehen lassen.“

          In Kuala Lumpur rief die Malaysia Airlines Angehörige auf, mit Pässen zum Flughafen zu kommen. Sie sollten sich auf einen Flug zur Absturzstelle vorbereiten, wenn diese ausgemacht sei. 20 bis 30 Angehörige versammelten sich daraufhin in einem Raum im Flughafen, wo sie von Journalisten abgeschirmt wurden.

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