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Zwischen Sumatra und Borneo : Flugschreiber der AirAsia-Maschine geborgen

  • Aktualisiert am

Vor wenigen Tagen wurde bereits das Heck der abgestürzten AirAsia-Maschine gefunden. Bild: AFP

Taucher der indonesischen Marine haben einen Flugschreiber der abgestürzten AirAsia-Maschine geborgen. Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise, warum das Flugzeug Ende Dezember ins Meer stürzte.

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          Nach fast zweiwöchiger Suche haben Taucher am Montag einen der beiden Flugschreiber des vor Indonesien abgestürzten AirAsia-Flugzeugs geborgen. „Um 07.11 Uhr hat das Suchteam eine Blackbox gefunden, und zwar den Flugdatenschreiber“, sagte der Chef der Einsatzkräfte, Bambang Sulistyo am Montag. Gesucht wird noch nach dem zweiten Gerät, das die Gespräche im Cockpit aufzeichnet.

          Der Airbus A320 des Billigfliegers war am 28. Dezember mit 162 Menschen an Bord auf dem Flug von Surabaya in Indonesien nach Singapur abgestürzt. Nach dem Wrack wurde tagelang gesucht. Es stürzte in die Javasee zwischen den Inseln Sumatra und Borneo. Das Meer ist dort zwar selten mehr als 50 Meter tief. Starke Strömungen haben die Suche nach Wrackteilen und Leichen aber behindert.

          Ermittler erhoffen sich von der Auswertung der Flugschreiber Aufschluss über die Absturzursache. Kurz bevor die Maschine vom Radar verschwand, hatte der Pilot um Erlaubnis für eine Kursänderung gebeten, um Gewitterwolken zu umfliegen. In der Nähe waren aber mindestens sechs weitere Maschinen unterwegs, die trotz Unwetters unversehrt an ihren Zielflughäfen ankamen.

          Was speichert eine Blackbox und wie kann sie helfen?

          Ein Flugdatenschreiber (Flight Data Recorder) und ein Stimmenrekorder (Voice Recorder) helfen nach einem Flugzeugabsturz bei der Rekonstruktion des Unfallhergangs - und bestenfalls beim Versuch, weitere Unfälle zu verhindern.

          Wie sehen Flugdatenschreiber aus?

          Die Flugdatenschreiber - häufig in der Signalfarbe grell-orange -
          werden umgangssprachlich Blackbox genannt. Das von dem Australier
          David Warren entwickelte Gerät wird seit Mitte der 50er Jahre
          serienmäßig in Flugzeuge eingebaut. Die meist im Heck der Maschine
          untergebrachten Stahlkästen sind etwas größer als ein Schuhkarton und
          wiegen je nach Hersteller vier bis fünf Kilogramm. Das Gehäuse
          übersteht Abstürze aus großer Höhe und ist absolut wasserdicht. Es
          kann hohem Wasserdruck und bis zu einer halben Stunde lang
          Temperaturen von bis zu 1100 Grad Celsius widerstehen.   

          Welche Daten speichert die Blackbox?

          Das Gerät zeichnet auf allen Flügen relevante Daten wie Kurs,
          Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel der Maschine auf. Durch
          das Speichern von GPS-Daten gibt es zudem Auskunft über den genauen
          Ort eines Unglücks - auch wenn die Trümmer später weit verstreut
          sind. Auf einem Stimmenrekorder sind Tonaufnahmen der Gespräche von
          Pilot und Co-Pilot sowie weitere Geräuschen im Cockpit gespeichert.

          Welchen Zeitraum umfassen die Daten?

          Der Flugdatenschreiber kann 25 Stunden lang aufzeichnen, auch
          Informationen des vorletzten Flugs sind darum meist noch erhalten.
          Neuere Modelle des Stimmenrekorders speichern einen Zeitraum von zwei
          Stunden, früher waren es etwa 30 Minuten. Wichtig für die Ortung nach
          einem Absturz im Meer: Die Box kann etwa einen Monat lang
          Positionsangaben senden, dann ist die Batterie des Signalgebers leer. (dpa)

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