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Flughafen Roissy : Unglücks-Terminal in Paris ist hastig geräumt worden

  • Aktualisiert am

Der eingestürzte Teil des Terminals in Roissy Bild: AP

Nach bedrohlichem Geräuschen in der Dachkonstruktion ist das teilweise eingestürzte Terminal 2E auf dem Pariser Flughafen Roissy am Montag evakuiert worden. Dem Gebäude droht offenbar der totale Zusammenbruch.

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          Einen Tag nach einem teilweisen Einsturz ist das moderne Terminal 2E des Pariser Flughafens in Roissy am Montag nach verdächtigen Deckengeräuschen hastig evakuiert worden. Es habe in der Betonhülle geknackt, teilte die Flughafengesellschaft ADP mit. Alle Räumungstrupps und die Experten, die das Unglück untersuchten, seien aus der Halle abgezogen worden. Die 650 Meter lange Wartehalle war am Sonntag auf einer Länge von 30 Metern aus noch ungeklärter Ursache eingebrochen, vier Menschen kamen dabei ums Leben.

          Drei weitere Menschen wurden nach Feuerwehrangaben verletzt, als die ultramoderne Konstruktion aus Beton, Metall und Glas um 6.57 Uhr morgens am Sonntag nachgab und einstürzte. Bei Hochbetrieb hätte das Unglück für Dutzende Menschen den Tod bedeutet. Der Durchgang war im vergangenen Juni erst mit Verspätung eingeweiht worden, nachdem Sicherheitsexperten Mängel ausgemacht hatten.

          Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung ein. Der französische Innenminister Gilles de Robien sagte, nichts deute auf einen Anschlag hin. Unter den Toten waren nach ersten Erkenntnissen der Gesellschaft Aéroports de Paris (ADP) eine Tschechin und ein asiatischer Mann. Berichte über den Tod eines sechsten Menschen bestätigten sich zunächst nicht. Unter den Verletzten waren eine Chinesin und eine Frau aus der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste.

          Nächtliche Bergungsarbeiten am Flughafen Roissy

          Sicherheitsexperten waren sich nicht sicher

          Neben rund 200 Feuerwehrleuten waren zahlreiche weitere Rettungs- und Polizeikräfte sowie die Armee im Einsatz. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, der Unglücksort gleiche einem „Erdbebengebiet“. Kurz vor dem Unglück waren Maschinen aus New York und Johannesburg eingetroffen. Ein Flugzeug sollte kurze Zeit später Richtung Prag starten. Das Unglücksterminal 2E wurde nach dem Unglück evakuiert. Dutzende Flüge wurden umgeleitet, zum Teil zum Airport Orly im Süden von Paris.

          Im vergangenen Jahr hatten Sicherheitsexperten die Inbetriebnahme des Neubaus um eine Woche verzögert, nachdem sich während einer Inspektion eine Deckenleuchte gelöst hatte und zu Boden gefallen war. Die Flughafengesellschaft ADP hatte damals Baufirmen der Schlamperei bezichtigt; die Gewerkschaft CGT warf ADP daraufhin vor, zu wenig Zeit für die Fertigstellung veranschlagt und beim Bau zu sehr aufs Tempo gedrückt zu haben.

          Das neue Terminal 2E auf dem Flughafen Roissy Charles-de-Gaulles (CDG) im Norden der französischen Hauptstadt hatte 750 Millionen Euro gekostet. ADP-Chef Pierre Graff hatte das Gebäude als „Prestige-Objekt“ bezeichnet.

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