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Flüchtlingslager : Zelte brechen unter dem Schnee zusammen

Jetzt noch Schnee: Syrerin im Flüchtlingslager von Zahleh im Libanon Bild: AP

Der Wintereinbuch im Nahen Osten macht vor allem Flüchtlingen schwer zu schaffen. Im Nordosten des Libanons in der hochgelegenen Bekaa-Ebene ist die Lage sehr dramatisch. Dort leben vor allem Flüchtlinge aus Syrien.

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          Der Wintereinbruch im Nahen Osten macht den syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen zu schaffen. Die Lage in der hochgelegenen Bekaa-Ebene im Nordosten des Libanons ist wegen der starken Schneefälle nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR „sehr dramatisch“. Dort haben mehr als 400.000 Syrer Schutz gefunden, die zum Teil in Zelten leben. Laut libanesischen Presseberichten richteten die Behörden Notunterkünfte in Moscheen ein, nachdem mehr als hundert Zelte unter der Schneelast zusammengebrochen waren. Zwei syrische Flüchtlinge seien ums Leben gekommen, berichteten Agenturen unter Berufung auf Rettungsdienste. Auch an der Küste setzte den Flüchtlingen Sturm und starker Regen zu.

          Für viele Syrer ist es der vierte Winter auf der Flucht

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Für viele Syrer ist es der vierte Winter auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland. In Jordanien, wo unweit der syrischen Grenze zwei Flüchtlingslager stehen, gaben UN-Mitarbeiter Tausende Decken und zusätzliche Lebensmittelgutscheine aus. Im haschemitischen Königreich sind mehr als 600.000 Syrer als Flüchtlinge registriert. Insgesamt 10,8 Millionen Syrer flohen vor dem Krieg. Die meisten von ihnen wurden innerhalb Syriens vertrieben, 3,3 Millionen halten sich in den Nachbarländern auf. Der Winter setzt aber auch den 1,9 Millionen Irakern zu, die in ihrem eigenen Land vor der Terrormiliz „Islamischer Staat“ geflohen waren. Sie konnten nur das Nötigste mitnehmen und harren nun zum großen Teil in den kurdischen Bergen aus.

          Ein Mädchen baut einen Schneemann im Flüchtlingslager von Zahleh im Libanon. Bilderstrecke

          In Israel und den Palästinensergebieten blieb dagegen der befürchtete große Wintersturm aus. Die palästinensische Autonomiebehörde rief trotzdem wegen des starken Windes und heftiger Regenfälle den Notstand aus. Im Gazastreifen hatten besonders die gut 100000 Palästinenser zu leiden, deren Wohnungen während des Kriegs im vergangenen Sommer zerstört wurden. Zudem liefert das einzige Kraftwerk dort wegen Treibstoffmangels nicht genug Strom.

          In Jerusalem fielen nur wenige Zentimeter Schnee, so dass die am Mittwoch gesperrten Zufahrtsstraßen in die Stadt und die Schulen wieder geöffnet wurden. Nur im Norden des Landes lag an manchen Orten der Schnee mehr als einen halben Meter hoch. Im Dezember 2013 hatte der Wintersturm „Alexa“ den Norden Israels und Jerusalem für gut eine Woche lahmgelegt sowie Teile des Gazastreifens überflutet.

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