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Am Freitag : Fliegerbombe legt Berlin-Mitte lahm

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Der Hauptbahnhof ist nicht zum ersten Mal von einem Bombenfund betroffen. Im April 2013 hatten Arbeiter eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg an einer S-Bahn-Trasse gefunden. (Archivbild) Bild: dpa

In Berlin soll am Freitag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden. Der Hauptbahnhof wird zeitweise gesperrt, etwa 10.000 Anwohner müssen ihre Häuser verlassen und auch der Flugverkehr ist betroffen.

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          In der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs wird am Freitag eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht. Die Entschärfung hat die Polizei für Freitag um 11.30 Uhr terminiert. „Es kann aber auch 12.00 Uhr werden. Das kommt darauf an, wie schnell die Evakuierung beendet ist“, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

          Die Polizei richtet ab 9.00 Uhr einen Sperrkreis mit einem Radius von 800 Metern um den Fundort in der Heidestraße ein. Darin liegt auch der Berliner Hauptbahnhof, der zeitweise komplett gesperrt sein wird. Züge halten ab 10.00 Uhr nicht mehr am Hauptbahnhof, teilte die Deutsche Bahn mit. Ab 11.30 Uhr werde der Zugverkehr bis voraussichtlich 13 Uhr vollständig eingestellt. Fernverkehr-Reisende können auf die Bahnhöfe Gesundbrunnen, Lichtenberg, Ostbahnhof, Spandau und Südkreuz ausweichen.

          Im Regionalverkehr seien nach DB-Informationen die Linien RE1, RE2, RE3, RE4, RE5, RE7, RB10, RB14 und die S-Bahn betroffen. Hier werde es Teilausfälle geben. Der BVG-Nahverkehr werde nur an den Haltestellen direkt im Sperrkreis betroffen sein, sagte eine Sprecherin.

          Zudem müssen etwa 10.000 Anwohner ihre Häuser verlassen, sagte eine Polizeisprecherin. Hinzu kämen die Mitarbeiter von Firmen, Geschäften und Ministerien. Im Sperrkreis sind unter anderem die „Bayer Schering Pharma AG“ ansässig sowie das Bundeswirtschaftsministerium, der Bundesnachrichtendienst und ein Teil des Verkehrsministeriums. Auch die Charité und das Bundeswehrkrankenhauses müssen teilweise geräumt werden. Das Sozialgericht und das Museum für Gegenwartskunst im Hamburger Bahnhof bleiben den ganzen Tag geschlossen.

          Auch der Flughafen Berlin-Tegel ist betroffen

          Der Flugverkehr in Tegel muss während der Entschärfung ruhen, sagte ein Flughafensprecher. Grund dafür sei ein größerer Sperrkreis von 3,7 Kilometern für Flugzeuge. Bei Westwind könnten allerdings alle Maschinen starten, weil sie sich dann vom Fundort wegbewegen.

          Für Betroffene, die eine Unterkunft benötigen, gibt es nach Informationen der Polizei zwei Sammelunterkünfte. Wie lange die Entschärfung dauern wird, sei abhängig von der Art der Bombe und lasse sich vorab nicht sagen.

          Der 500-Kilo-Blindgänger der Briten ist einer von vielen Überresten aus dem Zweiten Weltkrieg. Noch immer liegen etwa 3000 Bomben, Granaten und Munitionsreste in Berlin unter der Erde, schätzt die zuständige Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Bei etwa 380 Bombenangriffen wurden Historikern zufolge zwischen 1939 und 1945 mehr als 45 000 Tonnen Sprengstoff auf Berlin abgeworfen.

          Vor allem bei Bauarbeiten kommen die Sprengsätze wieder ans Licht. Nach Angaben der Polizei entschärften Experten im vergangenen Jahr rund 33 Tonnen Sprengmittel. Darunter waren neun Fliegerbomben mit mehr als 50 Kilogramm Gewicht. Die Menge des entdeckten Sprengstoffs ist damit wieder gestiegen: 2016 waren es 27 Tonnen Bombenlast, im Jahr zuvor 24,8 Tonnen.

          Auch der Hauptbahnhof ist nicht zum ersten Mal von einem Bombenfund betroffen. Im April 2013 hatten Arbeiter eine 100-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg an einer S-Bahn-Trasse gefunden. Während der Entschärfung war der Verkehr auf Schienen, Straßen, Wasserwegen und in der Luft stundenlang beeinträchtigt.

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