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Großbrand in Flensburg : „Einige konnten sich nur durch Sprünge aus den Fenstern retten“

  • Aktualisiert am

Die Feuerwehr löscht den Brand in einem Mehrfamilienhaus in Flensburg. Bild: dpa

Eine Großmutter und ihr vier Jahre altes Enkelkind sind bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Flensburg gestorben. Neun weitere Menschen wurden verletzt. Die Feuerwehr berichtet von schwierigen Löscharbeiten, die von Gaffern behindert wurden.

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          Bei dem Feuer in einem Flensburger Familienhaus am Donnerstag ist neben einem vierjährigen Jungen auch dessen 70 Jahre alte Großmutter ums Leben gekommen. Die Oma sei in dem Haus zu Besuch gewesen, sagte ein Polizeisprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Von den neun Verletzten befinden sich sieben noch im Krankenhaus.

          Das Gebäude, in dem zuvor 43 Menschen lebten, sei nach dem Brand stark beschädigt und einsturzgefährdet, sagte der Sprecher weiter. Der Schaden werde hoch sein, eine genaue Höhe könne aber noch nicht genannt werden. Der Brandort sei beschlagnahmt und die Straße abgesperrt.

          Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) bezeichnete den Brand gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als eine furchtbare Tragödie. „Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten und bei den Verletzten, die sich noch aus dem Haus retten konnten“, sagte die Politikerin.

          Ihr Dank gelte den Einsatzkräften von Feuerwehr, THW und Polizei, die sehr schnell vor Ort gewesen seien, sagte die Ministerin weiter. „Mein Dank gilt aber auch den Menschen, die den Bewohnerinnen und Bewohnern geholfen haben, um sich aus dem Gebäude in Sicherheit bringen zu können.“ Experten hätten bereits die Arbeit aufgenommen, um möglichst schnell die Brandursache klären zu können.

          Einstürzendes Treppenhaus erschwert Arbeit

          Der folgenschwere Brand war kurz vor 17.00 Uhr in der Flensburger Neustadt ausgebrochen. Am späten Abend hatten Einsatzkräfte den Leichnam der erwachsenen Person aus dem Gebäude geborgen, wie ein Polizeisprecher am Freitagmorgen sagte. Dies war zunächst nicht möglich, weil Einsturzgefahr bestand. Das Gebäude wurde für die Bergung abgestützt.

          Zu Beginn des Großeinsatzes sei die Lage relativ unübersichtlich gewesen, hatte Feuerwehr-Einsatzleiter Marco Litzkow der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend berichtet. Das habe vor allem daran gelegen, dass auf den Straßen sowohl Anwohner als auch Schaulustige standen. Erschwert wurde die Arbeit der Feuerwehr zudem durch ein einstürzendes Treppenhaus.„Die Trupps, die zur Menschenrettung beziehungsweise Brandbekämpfung vorgegangen sind, mussten nach kurzer Zeit den Innenangriff einstellen, weil der Treppenraum eingestürzt beziehungsweise nicht mehr begehbar war“, sagte Litzkow dem Schleswig-Holstein-Magazin des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Der Kampf gegen das Feuer sei deshalb nur noch über Leitern und Drehleitern möglich gewesen.

          Zwischenzeitlich seien 13 Rettungswagen am Einsatzort gewesen. Das „Flensburger Tageblatt“ berichtete dazu: „Einige konnten sich und ihre Kinder nur durch Sprünge aus den Fenstern retten.“ Vor dem Gebäude lagen unter den Fenstern am Abend aufeinandergestapelte Matratzen. Anwohner halfen laut Polizei bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte bei der Rettung der Bewohner, indem sie die Matratzen und einen Container vor das Haus trugen.

          Wo genau das Feuer ausgebrochen war, konnte der Einsatzleiter der Feuerwehr zunächst nicht sagen. „Ab dem ersten Geschoss bis oben stand es im Vollbrand als wir eintrafen.“ Das Haus sei definitiv nicht mehr bewohnbar.

          Die Polizei appellierte an die Bevölkerung, keine Videos des Feuers in sozialen Medien zu teilen. „Es sind Menschen betroffen, die natürlich trauern“, sagte eine Polizeisprecherin. Ersten Erkenntnissen zufolge hätten Gaffer von dem brennenden Haus Videos gefertigt und im Internet geteilt. „Wir werden auch strafrechtliche Schritte prüfen.“

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