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Fischsterben in der Oder : „Der Oberbürgermeister hat als Einziger reagiert“

Ein toter Frisch treibt vergangene Woche am Ufer des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder. Bild: EPA

Die Tausenden Kadaver an der Oder haben nicht nur Anwohner schockiert. Doch die Politik zögerte zunächst. Nun gibt es eine Theorie, was die Ursache sein könnte – und Forscher haben ein Pestizid entdeckt.

  • -Aktualisiert am
          7 Min.

          Die Welle kam, als es dunkel war. In Frankfurt an der Oder stieg der Wasserstand des Flusses plötzlich an. Das Wasser bedeckte durch die Trockenheit freigelegte Buhnen auf der polnischen Seite, es füllte die seichten, sandigen Buchten der Insel Ziegenwerder vor dem Frankfurter Stadtgebiet. Bis in die folgende Nacht stieg der Pegel; um drei Uhr früh am 7. August, einem Sonntag, erreichte er 120 Zentimeter, ein ungewöhnlich hohes Plus von etwa 30 Zentimetern innerhalb kurzer Zeit. Anwohner wunderten sich, es hatte doch gar nicht geregnet. 24 Stunden lang blieb das Wasser, dann begann es zu verschwinden.

          Kim Maurus
          Volontärin.

          Am Montag danach fiel den Anglern der Geruch auf. Die Oder stinkt eigentlich nicht. Es war auch zu hören, der Fluss sehe brauner aus. Am Dienstag gab es vereinzelte Meldungen über tote Fische flussaufwärts vom Stadtgebiet. Das war am 9. August, die Angler informierten die Stadt. „Im Nachhinein betrachtet, war das eine Art Grundrauschen“, sagt der Frankfurter Oberbürgermeister René Wilke (Die Linke). „Die Lage war unklar, diffus.“ Tags drauf tauchten die Kadaver in Mengen an den Ufern auf. Die Buchten der Insel Ziegenwerder waren voll mit den Fischen, es roch nach Verwesung.

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