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„Megafeuer“ unter Kontrolle : Feuerwehrmann stirbt im Kampf gegen Buschfeuer in Australien

  • Aktualisiert am

Militäreinsatz Anfang Januar nahe der Kleinstadt Omeo im südöstlich gelegenen Bundesstaat Victoria, dort kam jetzt auch ein Feuerwehrmann ums Leben. Bild: Reuters

Die Zahl der durch die Buschfeuer in Australien seit Oktober ums Leben gekommenen Menschen ist auf mindestens 27 gestiegen. Premier Scott Morrison sagt, er sehe nun ein, dass der Klimawandel Auswirkungen habe.

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          Im Kampf gegen die verheerenden Buschfeuer in Australien ist ein weiterer Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Der Mann, der eine Berufserfahrung von 40 Jahren hatte, starb am Samstag bei einem Einsatz nahe der Kleinstadt Omeo im südöstlich gelegenen Bundesstaat Victoria, wie Feuerwehrchef Chris Hardman am Sonntag sagte. Damit stieg die Zahl der durch die Buschfeuer seit Oktober ums Leben gekommenen Menschen auf mindestens 27.

          Auch wenn die Feuer vielerorts weiter loderten – immerhin erlaubte das Wetter den erschöpften Feuerwehrleute eine gewisse Atempause: In Victoria und dem ebenfalls stark von den Feuern betroffenen benachbarten Staat New South Wales war es seit Samstag kühler, es regnete und der Wind ließ nach.

          Nach zweieinhalb Monaten hat die Feuerwehr nach eigenen Angaben einen der Riesenbrände im Südosten Australiens unter Kontrolle gebracht. Das durch Blitzeinschlag ausgelöste „Megafeuer“ nordwestlich von Sydney hatte seit Ende Oktober auf einer Fläche von mehr als einer halben Million Hektar gewütet. Bis die Flammen eingedämmt worden seien, habe es wegen ungünstiger Wetterbedingungen länger gedauert als erwartet, schrieb die örtliche Feuerwehr von Hawkesbury auf Facebook. Dank des Einsatzes der schwer arbeitenden Mannschaft sei es am Sonntag gelungen. Eine Entwarnung ist das aber nicht: Die Buschfeuer-Zeit werde noch einige Monate dauern, schreibt die Feuerwehr.

          Premier: Klimawandel verantwortlich

          Symbolischen Dank an die Einsatzkräfte gab es in Sydney: Auf die großen Segel des Opernhauses der Stadt wurden am Samstagabend als Zeichen der Solidarität Bilder von Feuerwehrleuten projiziert. Premier Scott Morrison sagte am Sonntag, er sehe nun ein, dass der Klimawandel Auswirkungen habe und für längere, heißere und trockenere Sommer verantwortlich sei. Er deutete eine Änderung der Politik an, um Emissionen zu reduzieren. Morrison war für seinen Umgang mit der Krise scharf kritisiert worden. Ihm war auch Verharmlosung des Klimawandels und von dessen Auswirkungen auf die derzeitigen Buschfeuer vorgeworfen worden. Darüber hinaus hatte er kürzlich einen äußerst umstrittenen Familienurlaub auf Hawaii gemacht.

          Symbolischen Dank an die Einsatzkräfte gab es in Sydney: Auf die großen Segel des Opernhauses der Stadt wurden am Samstag Bilder von Feuerwehrleuten projiziert.

          Nun sagte er dem Sender ABC, im Nachhinein wäre er nicht in diesen Urlaub gegangen. Vor Ort hätte er besser mit der Krise umgehen können. Das Ausmaß der Brände sei „beispiellos“. Die Menschen hätten eine „neue Erwartungshaltung“, wie die Regierung mit einer solchen Situation umgehen sollte. Am Freitag waren in größeren Städten Australiens Zehntausende auf die Straßen gegangen und hatten unter anderem Morrisons Rücktritt wegen seines Umgangs mit der Buschfeuer-Krise gefordert.

          Seit Beginn der Buschfeuer im Oktober verbrannten in ganz Australien mehr als zehn Millionen Hektar Land, das entspricht ungefähr der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Tausende Häuser wurden zerstört. Um die 200.000 ehrenamtliche Feuerwehrmänner und -frauen kämpfen gegen die Brände auf dem Kontinent.

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