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Mehrere Tote nach Unwettern : Feuerwehrleute auf Sizilien als Brandstifter festgenommen

  • Aktualisiert am

Italien hat schon den ganzen Sommer mit Waldbränden zu kämpfen, hier ein Feuerwehrmann im Juli in Arzano bei Neapel Bild: dpa

Mehrere Menschen starben in den vergangenen Tagen an den Folgen der Unwetter in Österreich und Italien. Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren. Die Wetterprognose spielt den Helfern nach schweren Tagen in die Hände.

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          Bei schweren Unwettern infolge der großen Hitze sind im Norden Italiens mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Eines der Opfer kam aus Belgien, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der 41-Jährige wurde demnach in der Region Friaul von einem umgestürzten Baum in seinem Zelt erschlagen. Bei einem Festival in Marziai in den Dolomiten wurde ein Mann durch ebenfalls durch einen entwurzelten Baum erschlagen. In derselben Region wurde ein Spaziergänger durch einen Blitz getötet.

          Bereits am Samstag war eine Frau nahe des bekannten Wintersportortes Cortina d’Ampezzo in den Dolomiten. Ihr Auto wurde unter Geröll begraben in einem Flussbett entdeckt. Rettungskräften sei es nicht gelungen, die Frau wiederzubeleben, teilte die Polizei mit.

          In Italien herrschen seit Tagen vielerorts Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius. Immer wieder werden durch die Hitze auch Waldbrände entfacht. Am Donnerstag wurden dabei eine 79-jährige Frau und ein 82-jähriger Mann getötet.  Einige der Waldbrände gehen auf Brandstiftung zurück: Wie die sizilianische Polizei am Montag mitteilte, wurden in der südlichen Provinz Ragusa 15 Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr festgenommen. Sie hatten demnach erst die Feuer gelegt und dann Notrufe abgesetzt, um vom Staat Aufwandsentschädigung für ihren Einsatz zu kassieren – diese beträgt zehn Euro pro Stunde. Ihr Betrug kam ans Licht, nachdem die Leitung der Feuerwehr von Ragusa wegen der ungewöhnlich vielen Einsätze des Teams misstrauisch geworden war und Ermittlungen veranlasst hatte. Die 15 Missetäter müssen sich nun wegen Betrugs und Brandstiftung verantworten.

          Deutscher nach Sturz in Tiroler Bach gestorben

          In Österreich stürzte ein deutscher Urlauber in einen Hochwasser führenden Bach und starb. Der Münchner wollte am Sonntag das Wasser mit Hilfe eines über den Bach gespannten Drahtseils überqueren, stürzte ab und wurde von der reißenden Strömung sofort abgetrieben, wie die Tiroler Polizei mitteilte. Der 57-Jährige konnte am Montag nur noch tot geborgen werden. Eine groß angelegte Suchaktion war am Sonntagabend wegen der großen Gefahr von Muren und Erdrutschen abgebrochen worden. Der Mann war mit einem Begleiter unterwegs. Der 53-Jährige hatte die Rettungskräfte informiert.

          Bereits am Wochenende war ein 77 Jahre alter Spaziergänger an einem Blitzschlag in Oberösterreich gestorben. Die Lage in den Unwettergebieten in Österreich bessert sich nach einer ruhigen Nacht zum Montag jedoch. Das von der Umwelt abgeschnittene Großarltal kann seit 5.00 Uhr früh mit dem Auto auf einer Spur wieder verlassen werden. „Wir haben das Schlimmste hinter uns“, sagte Feuerwehrkommandant Josef Promegger. Das bei Urlaubern beliebte Tal im Bundesland Salzburg war besonders stark von Regen, Hagel und Schlammlawinen betroffen. Großarl war durch eine Mure auf einer Länge von zwei Kilometern verschüttet. Viele Reisende, darunter auch Deutsche, saßen im Tal fest. Zwei Notfalllager wurden errichtet.

          Als die Straße aus dem Dorf frühmorgens freigegeben wurde, sei der Andrang sehr groß gewesen. „Es gab richtige Kolonnen“, sagte Promegger. Vor allem Pendler wollten ihre Arbeitsstellen pünktlich erreichen. Welchen Schaden das Unwetter tatsächlich angerichtet hat, war zunächst nicht klar. Mehrere Behörden hatten sich für Montag in dem Tal im Pongau angekündigt: Mit Luftaufnahmen soll das ganze Ausmaß festgestellt werden. Die Wetterprognosen für die nächsten Tage sind gut. Es soll nicht weiter regnen.

          Auch die Lage in der Steiermark entspannt sich langsam. Einige Gebiete waren wegen der Verwüstungen zum Katastrophengebiet erklärt worden. Die Pegelstände in den Flüssen und Bächen beginnen nun langsam zu sinken. Soldaten wurden zur Hilfe in das Gebiet geschickt. Die Regierungsspitze sprach Mittel aus dem Katastrophenfonds zu.

          Einsatz im Ennstal: Auch in der Steiermark in Österreich sind am Wochenende schwere Unwetter niedergegangen.

          Österreichs Nachbarland blieb ebenfalls nicht verschont: Nach der großen Hitze spielt das Wetter in Italien verrückt. Während sich der Süden zum Wochenstart immer noch auf hohe Temperaturen, Trockenheit und Waldbrände einstellen muss, sind die Einsatzkräfte im Norden nach schweren Unwettern mit Aufräumen beschäftigt. Im Nordosten hatten die Unwetter am schlimmsten gewütet, mehrere Menschen starben.

          Ein Erdrutsch hatte am Wochenende 80 Menschen von der Außenwelt abgeschlossen. Sie hatten sich in der Lombardei in einer Hütte im Tal Predarossa aufgehalten. Die Bergrettung sprach allgemein von mehreren Opfern und rief die Menschen auf, die Unwetterwarnungen ernst zu nehmen. Über die Höhe der Schäden wurde zunächst nichts bekannt. Am Montag beruhigte sich die Lage wieder. Es gab zunächst keine Warnungen.

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