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Nach Angaben der Feuerwehr : Großbrand in Notre-Dame komplett gelöscht

  • Aktualisiert am

Renovierungsarbeiten könnten das Feuer ausgelöst haben Bild: AP

Alle Flammen in Notre-Dame seien gelöscht, teilte die Pariser Feuerwehr mit. Das genaue Ausmaß des Schadens in der Pariser Kathedrale wird nun geprüft. Die Staatsanwaltschaft geht weiter von einem Unfall aus.

          Der Großbrand in der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame ist nach Angaben der Feuerwehr komplett gelöscht. Alle Flammen seien gelöscht, nun müssten Experten das Ausmaß der Schäden prüfen, sagte ein Feuerwehrsprecher am Dienstagmorgen.

          Die Pariser Staatsanwaltschaft geht weiter davon aus, das der verheerende Brand auf einem Unfall beruht. „Nichts weist derzeit in die Richtung einer vorsätzlichen Tat“, sagte der Pariser Staatsanwalt Rémy Heitz am Dienstag. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits in der Nacht bestätigt, dass sich die Ermittlungen um eine „unbeabsichtigte Zerstörung“ durch Feuer drehen. Laut Heitz werden Zeugen angehört. Dazu gehören auch Arbeiter, die bei den Renovierungsarbeiten in der Kathedrale beschäftigt waren. Laut Heitz suchen rund 50 Ermittler nach der Brandursache. Es habe am Montag zwei Mal Alarm gegeben: Einmal um 18.20 Uhr, dabei seiner aber bei einer Überprüfung kein Feuer entdeckt worden. Der zweite Alarm wurde um 18.43 Uhr ausgelöst – dann sei der Brand im Dachstuhl entdeckt worden.

          Frankreich will das berühmte Wahrzeichen wieder instandsetzen. „Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen“, sagte Staatschef Emmanuel Macron am späten Montagabend. „Denn das ist es, was die Franzosen erwarten“. Das Feuer kurz vor Ostern verwüstete den Sakralbau im Herzen der französischen Hauptstadt, der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen. Am frühen Dienstagmorgen hatte die Feuerwehr den Brand schon für „unter Kontrolle und teilweise gelöscht“, wie die französischen Medien berichteten. Nun ist der Brand vollständig gelöscht.

          Neun Stunden „erbitterter Kampf“ gegen die Flammen

          Bei dem verheerenden Brand sind nach ersten Erkenntnissen drei Menschen leicht verletzt worden. Dabei handele es sich um zwei Polizisten und einen Feuerwehrmann, teilte die Pariser Feuerwehr am Dienstagmorgen mit. Die Struktur der Kathedrale sei nach neun Stunden „erbittertem Kampf“ erhalten, die wichtigsten Kunstwerke habe man retten können.

          Bilderstrecke

          Macron kündigte eine nationale Spendensammlung an, um den Wiederaufbau zu finanzieren. Die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine hat zudem bereits eine Spendensammlung für den Wiederaufbau gestartet. Diese „nationale Sammelaktion“ war bereits in der Nacht zum Dienstag auf der Internetseite der Stiftung zugänglich. „Damit Notre-Dame aus der Asche wiedergeboren werden kann, starten wir einen internationalen Aufruf“, schrieb die Stiftung auf ihrem Twitter-Account.

          Die Milliardärs-Familie Pinault versprach 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau. Das kündigte der Geschäftsmann François-Henri Pinault an, Chef des Luxusmodekonzerns Kering, zu dem Marken wie Gucci, Saint Laurent und Balenciaga gehören. Der Unternehmer ist verheiratet mit der mexikanischen Schauspielerin Salma Hayek, sein 82-jähriger Vater François Pinault ist auch als Kunstsammler und Mäzen bekannt. Die Pinaults gehören laut Magazin „Forbes“ mit einem Vermögen von rund 26 Milliarden Euro zu den drei reichsten Familien Frankreichs.

          Das Feuer, das am Montagabend ausgebrochen war, sorgte weltweit für Entsetzen. Über Stunden schlugen Flammen in den Himmel. Der kleine Spitzturm in der Mitte des Dachs brach zusammen. Das genaue Ausmaß der Zerstörungen war in der Nacht noch nicht bekannt. Macron sagte aber, das Schlimmste sei verhindert worden, denn die Fassade und die beiden Haupttürme seien nicht zusammengestürzt. Zeitweise war die Feuerwehr nicht sicher gewesen, ob sie die Ausbreitung des Feuers aufhalten kann.

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