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Brände in Thüringen : Löschhubschrauber der Bundeswehr im Einsatz

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Ein Polizeihubschrauber nimmt Wasser aus dem Bleiloch-Stausee auf, um einen Brand im Wald an der Bleilochtalsperre zu löschen. Bild: dpa

In Thüringen brennen zwei größere Waldstücke. Seit Donnerstag ist ein Löschhubschrauber der Bundeswehr im Einsatz – der bereits am Mittwoch angefordert worden war.

          Die Feuerwehren setzen bei der Bekämpfung der Waldbrände an der Bleiloch-Talsperre und in Plaue auf den Einsatz eines Löschhubschraubers der Bundeswehr. Seit Donnerstagmittag ist er im Waldgebiet bei Saaldorf im Einsatz, wie der Kreisbrandinspektor des Saale-Orla-Kreises, Uwe Tiersch, sagte. Dadurch sollten die letzten Glutnester gelöscht werden. Ob der Hubschrauber, der von einem Bundeswehr-Stützpunkt im baden-württembergischen Laupheim kommt, danach in Plaue eingesetzt werden kann, war zunächst unklar. Auch dort wurde am Donnerstag ein Löschhubschrauber angefordert.

          „Im Moment werden zwei Szenarien geprüft“, sagte ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzstabs. Eine Möglichkeit sei, dass der Hubschrauber direkt von der Bleiloch-Talsperre nach Plaue fliege. „Außerdem haben wir bei der Bundespolizei angefragt, ob wir alternativ einen weiteren Löschhubschrauber kriegen könnten.

          Tiersch bemängelte, dass es rund einen Tag gedauert hatte, den am Mittwoch angeforderten Löschhubschrauber für den immer wieder aufflammenden Brand an der Bleiloch-Talsperre zu organisieren. Auch Innenminister Georg Maier (SPD) kritisierte den Einsatz als zu kompliziert und langsam. „Die Abläufe, wir haben bei der Bundeswehr angefragt, bei der Bundespolizei angefragt, sind meines Erachtens einfach zu umständlich und langwierig“, sagte er am Donnerstag dem MDR. Er forderte einen Pool von Löschhubschraubern, „der im Grunde bundesweit verfügbar ist“.

          Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes hatte erst am Mittwoch im Gespräch mit FAZ.NET kritisiert, dass es in Deutschland durch den Rückbau der Bundeswehr nicht mehr genug verfügbare Löschhubschrauber gebe. „Das Problem ist, dass uns die Bundeswehr aus sicherheitspolitischen Gründen keine Auskunft darüber gibt, wie viele Hubschrauber zur Verfügung stehen“, sagte Hachemer weiter. „Unsere Forderung ist es, Planungssicherheit zu haben. So dass wir im Extremfall drei Hubschrauber parallel einsetzen könnten. Mit solchen Fällen müssen wir in Zukunft nun einmal rechnen.“ 

          Im etwa 15 Hektar großen Waldstück an der Bleiloch-Talsperre in Südostthüringen brennt es seit Ostersonntag. Zwischendurch galt das Feuer als gelöscht, wurde aber vom Wind wieder entfacht. Für das Gebiet wurde am Dienstag der Katastrophenfall ausgerufen. Menschen waren laut Landratsamt nicht in Gefahr.

          Das Feuer auf einem etwa fünf Hektar großen Waldstück bei Plaue war am Mittwoch ausgebrochen. Auch hier wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Wie an der Bleiloch-Talsperre gibt es auch dort einige Glutnester an unzugänglichen Stellen. Deswegen werde der Löschhubschrauber gebraucht, sagte der Sprecher des Katastrophenschutzstabs.

          Wegen der Trockenheit herrscht in Thüringen gerade vielerorts eine hohe Waldbrandgefahr. Am Donnerstag waren nach Informationen von Thüringenforst zehn Forstämter von der zweithöchsten Waldbrandgefahrenstufe – also Stufe 4 von 5 – betroffen.

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