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Davide Capello : Ex-Fußballprofi überlebt Einsturz

  • Aktualisiert am

Das Autowrack des Fussballers Davide Capello liegt zwischen den Trümmern der Morandi-Brücke in Genua. Bild: Vigili del Fuoco/Screenshot F.A.Z.

Bei dem Brückeneinsturz in Genua wurden mehrere Menschen in die Tiefe gerissen. Unter ihnen: Der italienische Ex-Fußballprofi Davide Capello, der unbeschadet gerettet wurde. Ein Lastwagenfahrer hingegen konnte noch rechtzeitig bremsen.

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          Wie durch ein Wunder hat der italienische Ex-Fußballprofi Davide Capello den Brücken-Einsturz von Genua überlebt. Er stürzte am Dienstag beim Zusammenbruch der über 40 Meter hohen Morandi-Brücke mit seinem Auto in die Tiefe. Der Wagen ist nur noch ein Wrack. „Es hat stark geregnet. Ich erinnere mich an die Straße, die nach unten stürzte. Und ich hatte das Glück, dass ich, ich weiß auch nicht wo, gelandet bin“, sagte er Reportern am Dienstag im Krankenhaus. Es sei wie eine Szene aus einem apokalyptischen Film gewesen, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Ansa. „Es war schockierend“, sagte Capello mehrfach zu den Reportern. Er habe noch immer das Bild der zusammenbrechenden Brücke vor sich.

          Glücklicherweise blieb der Ex-Fußballer, der mittlerweile als Feuerwehrmann arbeitet, weitestgehend unversehrt. „Es ist unglaublich, dass ich noch am Leben bin. Es ist ein Wunder“, erzählte er der italienischen Zeitung La Stampa.

          „Die Hoffnung stirbt nie“

          Noch während Capello in seinem Auto zwischen den Trümmern feststeckte, so erzählte er es dem Fernsehsender Sky TG24, verständigte er den Rettungsdienst und kontaktierte seinen Vater. Am Telefon sagte er: „Papa, die Brücke ist eingestürzt und ich bin mit dem Auto abgestürzt. Aber mach‘ Dir keine Sorgen, ich bin ok.“ Retter bargen ihn schließlich aus seinem Wagen und brachten ihn in eine nahegelegene Klinik. Noch immer steht der Fußballer aber unter Schock. „Es ist unvorstellbar, dass so etwas passieren konnte.“ Davide Capello spielte beim sardischen Erstligisten Cagliari Calcio, damals noch ein Serie-B-Verein.

          Noch mehr Glück hatte Luigi, der Fahrer des grünen Lastwagens, der wenige Meter vor dem Abgrund zu stehen kam. Er arbeitet als Fahrer für das Unternehmen Basko supermercati und war gerade auf dem Rückweg von einer Lieferung, als die Brücke vor ihm einstürzte. Den Dienstagabend verbrachte der unter Schock stehende Mann im Kreise seiner Familie, wie die Zeitung „Secolo d’Italia“ in ihrer Online-Ausgabe berichtet. Stellvertretend für Luigi berichtete seine Chefin Annalisa Damonte, was der Fahrer erlebt hat.

          Wenige Meter vor dem Abgrund kam Luigi, der Fahrer dieses Lastwagens, zum stehen.

          „Auf der Autobahn war viel Verkehr, weshalb die Fahrzeuge langsamer als vorgeschrieben unterwegs waren. Zum Glück hielt er den Sicherheitsabstand ein“, schildert Damonte die Situation. Dann habe Luigi gesehen, wie die Fahrzeuge vor ihm in die Tiefe stürzten. Er bremste scharf und setzte ein Stück zurück. Anschließend verließ er den Wagen und brachte sich zu Fuß in Sicherheit. Physisch gehe es ihm gut, so Damonte. Die Situation habe ihn aber sei mitgenommen, derzeit wolle er nicht mehr über das Unglück reden und an den Moment des Schreckens erinnert werden. Sein Lastwagen steht indes noch auf der Brücke.

          In der Nacht zu Mittwoch hatten die Rettungskräfte weiter nach Überlebenden in den Trümmern gesucht. Nach Angaben des Zivilschutzes sind über tausend Einsatzkräfte an den Bergungsarbeiten beteiligt, darunter Beamte von Feuerwehr und Polizei sowie Mitarbeiter des Roten Kreuzes. „Die Hoffnung stirbt nie, wir haben bereits ein Dutzend Menschen aus den Trümmern gerettet“, sagte Emanuele Gissi, ein Vertreter der Feuerwehr, der Nachrichtenagentur AFP. Er kündigte an, die Helfer blieben „rund um die Uhr“ im Einsatz.

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