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EU-Unfallstatistik : Litauen 100, Deutschland 44

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Die Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr sinkt. Doch auf jedes Todesopfer kommen zehn Menschen mit schweren Hirn- oder Wirbelsäulenverletzungen. Bild: dapd

Im vergangenen Jahr sind auf Europas Straßen 28.000 Menschen ums Leben gekommen. Besonders viele Tote verzeichneten Litauen und Rumänien. Die wenigsten Verkehrstoten hat Malta. Deutschland liegt auf Platz acht.

          Autofahren ist in Europa auf Litauens Straßen am gefährlichsten. Dies geht aus der neuesten EU-Unfallstatistik der Europäischen Kommission hervor. So kamen 2012 in Litauen auf eine Million Einwohner 100 Verkehrstote, während es im EU-Durchschnitt 55 waren. Dies entsprach im Jahresvergleich einem Rückgang um neun Prozent auf einen Tiefststand von zuletzt rund 28.000 Toten.

          „Damit könnten wir uns nicht zufriedengeben, denn noch immer sterben auf Europas Straßen Tag für Tag 75 Menschen“, sagte Verkehrskommissar Siim Kallas am Mittwoch. Das 2010 von den EU-Staaten ausgegebene Ziel, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 zu halbieren, lasse sich nur bei einem durchschnittlichen jährlichen Rückgang der Zahl der Verkehrsopfer um sieben Prozent erreichen.

          Am geringsten war 2012 das Risiko auf Malta, Opfer eines tödlichen Unfalls zu werden. Der statistische Wert von 26 Toten je eine Million Einwohner stellt eine Halbierung gegenüber dem Vorjahr dar, erscheint aber wegen der geringen Einwohnerzahl (etwas mehr als 400.000) der Mittelmeerinsel wenig repräsentativ. Von den übrigen 26 EU-Staaten weisen Großbritannien (28 Verkehrstote je eine Million Einwohner), Schweden (31), Dänemark (32) und die Niederlande (33) die wenigsten Verkehrstoten auf. Deutschland (44 Tote je eine Million Einwohner) steht an achter Stelle der EU-Rangliste, wies aber im Jahresvergleich einen Rückgang um zehn Prozent auf.

          Zahl der Schwerverletzten hoch

          Die EU-Statistik zeigt aber, dass Deutschlands Straßen im langjährigen Vergleich deutlich sicherer geworden sind. So lag die Zahl der tödlichen Unfälle 1965 in Deutschland noch bei 234 und in Österreich bei 252 je eine Million Einwohner. 2012 lag Österreich (64 Tote je eine Million Einwohner) deutlich hinter Deutschland. Außer in Litauen ist die Sterblichkeitsrate innerhalb der EU in Rumänien am höchsten (96 Tote je eine Million Einwohner), Polen (93), und Griechenland (92).

          Siim Kallas sagte, auf jedes Todesopfer im Straßenverkehr kämen zehn Menschen mit schweren Hirn- oder Wirbelsäulenverletzungen. Der estnische EU-Kommissar schlug vor, auch ein quantitatives Ziel zur Verringerung der Zahl der Schwerverletzten, zum Beispiel für den Zeitraum 2015 bis 2020, vorzuschlagen. Noch mangele es jedoch an einheitlichen Definitionen für die Schwere einer Verletzung sowie an zuverlässigen statistischen Daten. Studien besagten, dass nur 70 Prozent aller schwereren Verletzungen offiziell gemeldet würden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätze die Kosten, die alljährlich durch Verletzungen im Straßenverkehr entstehen, in der EU auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung; das entspreche jährlich rund 250 Milliarden Euro.

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