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Nach schwerem Beben in Mexiko : Zahl der Todesopfer steigt auf 320

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Eine Frau betet am Sonntag bei einer Messe für die Opfer des Erdbebens unter freiem Himmel in Mexiko-Stadt. Bild: dpa

Knapp eine Woche nach dem Erdbeben in Mexiko zählen die Behörden 320 Todesopfer. Wegen eines schweren Nachbebens mussten die Rettungsarbeiten zeitweise unterbrochen werden. Die Aussichten, Verschüttete noch lebend zu bergen, sind gering.

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          Nach dem schweren Erdbeben in Mexiko der Stärke 7,1 am vergangenen Dienstag ist die Todeszahl auf 320 gestiegen. Wie die Behörden mitteilten, starben allein in der Millionenmetropole Mexiko-Stadt mindestens 182 Menschen, zudem 73 im Bundesstaat Morelos und 45 im Bundesstaat Puebla. Insgesamt 69 Menschen konnten bisher in der Hauptstadt aus den Trümmern eingestürzter Häuser befreit werden.

          Am Samstag hatte ein Erdbeben der Stärke 6,1 die Menschen im Süden in Angst versetzt, mindestens acht Häuser und eine Brücke im Bundesstaat Oaxaca stürzten ein. Die meisten waren aber bereits evakuiert, weil sie Schäden vom letzten Beben aufwiesen – eine eingestürzte Brücke in der Stadt Ixtaltepec soll Verkehrsminister Gerardo Ruiz Esparza zufolge schnell wieder aufgebaut werden. In der 700 Kilometer entfernten Hauptstadt waren die Erdstöße nur leicht zu spüren gewesen. Trotzdem brach bei den bereits traumatisierten Bewohnern der Hauptstadt Panik aus, zwei Frauen erlitten einen tödlichen Herzinfarkt. Die Rettungsarbeiten wurden zum Schutz der Helfer für mehrere Stunden unterbrochen.

          Noch geben die Rettungskräfte nicht auf

          Seit Freitag fanden die Retter und ihre Spürhunde nur noch Tote. Das Zeitfenster von 72 Stunden, in dem Verschüttete laut Experten überleben können, ist abgelaufen. Trotzdem setzten die Rettungsmannschaften ihre Suche fort. Immer häufiger mussten sie Atemschutzmasken zum Schutz gegen den starken Verwesungsgeruch tragen, der aus den Trümmern drang. Wie viele Angehörige hofften auch die Bergungskräfte auf ein Wunder. Sie verwiesen auf die Erdbebenkatastrophe vor 32 Jahren, als noch eine Woche später Menschen lebend geborgen werden konnten. "Wir sind hier, um Leben zu retten", sagte die Israelin Karin Kvitka am Sonntag, die mit einem israelischen Team vor Ort war. Es gebe immer noch die Chance auf Überlebende, "wenn sie genügend Luft zum Atmen" haben.

          Unterdessen begannen die ersten Trauerfeiern für die Todesopfer. Am Montag soll in Teilen des Landes der Schulunterricht wieder aufgenommen werden. Mexiko erlebte innerhalb von 16 Tagen damit drei schwere Beben. Durch ein Beben der Stärke 8,1 am 7. September starben rund 100 Menschen – damals lag das Zentrum im Pazifik, es traf vor allem den Süden, der vom dritten Beben am Samstag erneut betroffen war. Das Beben am 7. September war eines der stärksten in Mexikos Geschichte und löste bisher 4340 meist leichte Nachbeben aus.

          Das Beben der Stärke 7,1 am 19. September traf besonders Mexiko-Stadt mit seinen vielen Hochhäusern. Danach gab es bisher rund 40 Nachbeben. Etwa 40 Gebäude stürzten ein, Hunderte wurden beschädigt. Mexiko liegt in einer der am stärksten gefährdeten Erdbebenregionen, aber eine solche Häufung von Beben ist sehr ungewöhnlich. Zwar wurden die Bauvorschriften in Mexiko immer wieder verschärft und Erdbeben-Katastrophenpläne verbessert, aber die letzten Tage haben gezeigt: absoluten Schutz gegen die Kraft der Natur gibt es nicht.

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