Erdbeben in Indonesien : Ein Monster aus flüssiger Erde

Neben dem Tsunami ist die Bodenverflüssigung die wohl schwerste Folge des Erdbebens in Sulawesi: Ein ganzer Ort wurde teils vom Erdboden verschluckt. Anwohner schätzen, dass hier mindestens 1500 Menschen begraben sind.
Die Menschen in Petobo haben für ihr Unglück unterschiedliche Namen gefunden: Monster, Erdschlange, oder einfach nur „das Ding“. Sie sind nach dem Erdbeben in der vergangenen Woche Zeugen eines ungewöhnlichen geologischen Phänomens geworden. Vor ihren Augen verändert sich am Freitagabend das Erdreich nach dem Beben seinen Zustand. Der Boden wird weich wie Brei. Der Untergrund wackelt wie ein Pudding. Teilweise wirkt die Erde wie ein aufgewühltes Meer, das auf einer riesigen Fläche alles aufsaugt und durcheinander wirbelt. Das wabbelige Etwas reißt Häuser, Autos und auch Menschen mit sich. An einem Punkt habe es sich dann auf einmal in eine mehrere Meter Höhe aufgebäumt. „Ich sah, wie ein großer Baum eingesogen wurde“, sagt der Anwohner Samsudin Makka. „Dann wurde er wieder hochgespuckt.“





