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Erdbeben im Himalaja : Schicksal von Deutschen in Nepal ist noch ungewiss

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Buddhistische Mönche in Indien beten für die Opfer der Katastrophe. Bild: AFP

Die Katastrophe im Himalaja nimmt immer größere Ausmaße an: Die Zahl der Opfer ist mittlerweile auf mehr als 2400 gestiegen. Ob auch Deutsche darunter sind, ist ungewiss. Viele Länder haben bereits Hilfsteams auf den Weg nach Nepal geschickt.

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          Die Bundesregierung versucht mit allen Kräften, das Schicksal von Deutschen im Katastrophengebiet von Nepal zu klären. „Das Auswärtige Amt und die deutsche Botschaft in Kathmandu bemühen sich mit Hochdruck um Aufklärung über den Verbleib von deutschen Staatsangehörigen, die sich zum Zeitpunkt des Erdbebens in Nepal aufgehalten haben“, teilte das Bundesaußenministerium am Sonntag in Berlin mit. Die Recherche sei schwierig und die Suche aufwendig, weil es sich in der Mehrzahl um Individualreisende handeln dürfte, die sich weder an- noch abmelden müssten, hieß es aus dem Auswärtigen Amt.

          Am Samstag hatte ein Erdbeben der Stärke 7,8 die Himalaja-Region erfasst, es war der gewaltigste Stoß seit vielen Jahren. Die Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf mehr als 2400 gestiegen. In Nepal kamen nach offiziellen Angaben vom Sonntag mindestens 2352 Menschen ums Leben. In Indien starben 50 Menschen, in China sechs und in Bangladesch eine Frau. Tausende Verletzte würden behandelt, sagte Laxmi Dhakal vom nepalesischen Innenministerium. Das Finanzministerium in Kathmandu erklärte, die Familie jedes Todesopfers erhalte umgerechnet 360 Euro.

          Mancherorts brach regelrecht die Erde auf. Bilderstrecke
          Mancherorts brach regelrecht die Erde auf. :

          Mitten in den Aufräumarbeiten erschütterte am Sonntag ein starkes Nachbeben die Region abermals. Es habe eine Stärke von 6,7 erreicht, teilte die amerikanische Erdbebenwarte USGS mit. Diesmal seien Gebäude in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi ins Wanken geraten. Am Mount Everest, wo das Beben vom Vortag bereits heftige Lawinen auslöste, kam es zu weiteren Schneerutschen. Ein rumänischer Bergsteiger, der sich im Basislager befindet, berichtete über den Kurznachrichtendienst Twitter von drei Lawinen.

          Die meisten Menschen in Nepals Hauptstadt Kathmandu verbrachten die Nacht im Freien, bei leichtem Nieselregen - darunter auch Verletzte, die in den überfüllten Krankenhäusern keinen Platz mehr fanden. Tausende haben ihre Häuser verloren oder fürchten sich, in die Gebäude zurückzukehren. Selbst der Präsident Ram Baran Yadaf habe in einem Zelt geschlafen, sagte sein Sprecher einem lokalen Radiosender.

          Fast nirgendwo in Kathmandu gibt es Strom, manche Menschen helfen sich mit Solarlampen. „Wir laden unsere Handys an Autobatterien auf“, sagte Alina Shrestha von World Vision, die selbst betroffen ist. Etwa 30 Nachbarn hätten die Nacht in Zelten in ihrem Hof verbracht. Sie höre Hubschrauber, aber Soldaten oder Polizisten habe sie in ihrem Stadtviertel noch nicht gesehen.

          Nach dem Erdbeben : Internationale Helfer auf dem Weg nach Nepal

          Wie es in vielen abgelegenen Städte und Dörfern in dem Himalaja-Land aussieht, ist noch kaum zu überblicken. Das Dorf Barmak, unter dem das Epizentrum des Bebens lag, sei fast vollständig zerstört, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. „Ich habe meine Angehörigen und alle meine Nachbarn verloren“, sagte eine Frau auf Jaybageshwari einem örtlichen Radiosender. „Kann jemand, der überlebt hat, uns helfen? Wir haben weder Essen noch Kleidung. Alles ist weg.“

          Nepal hat den Notstand in den betroffenen Gebieten ausgerufen. Schulen und Universitäten bleiben für eine Woche geschlossen. Die Stromversorgung könnte lange ausfallen, da das Erdbeben die Wasserkraftwerke beschädigt hat, von denen Nepal fast all seinen Strom bezieht. Indien hat mehrere Flugzeuge mit Hilfsgütern wie Nahrungsmitteln, Wasser und Kommunikationsgeräten geschickt. Auch aus Deutschland haben sich Helfer auf den Weg gemacht, darunter ein Team des Bundesverbands Rettungshunde.

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