https://www.faz.net/-gum-to3g

Erdbeben : Hawaii nach Erdstoß zum Katastrophengebiet erklärt

  • Aktualisiert am

Beben auf Hawaii: Schaden an der Kawailii-Brücke Bild: dpa

Nach einem schweren Erdbeben herrscht auf Hawaii Katastrophenalarm. Trotz der heftigen Erschütterungen kam anscheinend niemand ums Leben. Auch die Urlaubsgebiete sind betroffen. Es starten derzeit keine Flüge.

          2 Min.

          Ein schweres Erdbeben hat Hawaii zum Katastrophengebiet gemacht. Der Erdstoß vom Sonntag (Ortszeit) hatte nach Messungen des Geologischen Amtes der Vereinigten Staaten eine Stärke von 6,6 auf der Momentmagnitude. Die Erschütterungen lösten einen Erdrutsch aus, der eine Straße blockierte, und verursachten Schäden an Gebäuden, Straßen und Brücken. In weiten Landesteilen kam es zu Stromausfällen. Dem Zivilschutz zufolge wurden mehrere Menschen leicht verletzt, doch gab es keine Berichte über Todesopfer. auch mußte keine Tsunami-Warnung ausgegeben werden.

          Das Zentrum des Bebens lag rund 250 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Honolulu auf der Insel Hawaii. Viele Menschen wurden im Schlaf vom ersten großen Erdstoß überrascht. Anschließend gab es noch mehrere heftige Nachbeben. Eines davon hatte nach Angaben amerikanischer Geologen die Stärke 5,8.

          Schwere Schäden befürchtet

          Gouverneurin Linda Lingle erklärte den gesamten Bundesstaat zum Katastrophengebiet. Obwohl keine Tsunami-Gefahr prognostiziert wurde, wurde dennoch vor hohen Wellen gewarnt. Die Katastrophenschutzbehörde Fema schätzte auf der Basis einer Computer-Simulation, daß auf Hawaii bis zu 170 Brücken beschädigt sein könnten. Das Pazifische Tsunami-Zentrum meldete Schäden in Kailua Kona an der Westküste von Big Island sowie einen Erdrutsch an einer Fernstraße. Ein Krankenhaus in Kona wurde nach Angaben einer Sprecherin wegen eingestürzter Decken evakuiert.

          Über die Brücke fließt vorerst kein Verkehr
          Über die Brücke fließt vorerst kein Verkehr : Bild: dpa

          Ein Sprecher des Zivilschutzes teilte mit, auf allen Inseln sei der Strom zumindest teilweise ausgefallen. Auf der Hauptinsel Oahu hätten 95 Prozent der Haushalte keine Elektrizität, viele Menschen steckten in Aufzügen fest. Stellenweise seien auch Wasserrohre geborsten. Bis zum späten Sonntag abend wurde die Stromversorgung nach Angaben der Nationalgarde in mehreren Landesteilen wieder hergestellt, aber eben noch nicht überall.

          Einschränkungen für Urlauber

          Aus drei großen Hotels auf „Big Island“ wurden mehr als 3000 Menschen in Sicherheit gebracht. Im Touristenort Waikiki bildeten sich vor Supermärkten lange Warteschlangen, weil sich die Urlauber mit Wasser und anderen Vorräten eindecken wollten.

          Auf den Flughäfen lief der Betrieb eingeschränkt weiter. Ankommende Maschinen durften landen, Starts wurden indessen abgesagt, da wegen des Stromausfalls die Sicherheitskontrollen nicht gewährleistet waren. Vor Anker liegende Kreuzfahrtschiffe wurden aufgefordert, die Touristen an Bord zu behalten. Schiffe mit Ziel Hawaii wurden angewiesen, zum nächsten Hafen auf ihrer Route weiterzufahren.

          Das letzte Erdbeben vergleichbarer Stärke auf Hawaii ereignete sich 1983. Erschütterungen der Stärke drei oder vier kommen wegen der vulkanischen Aktivität in der Region dagegen häufig vor. Das bislang heftigste Beben wurde auf den Inseln 1868 registriert. Seine Stärke wurde auf 7,9 geschätzt, 77 Menschen kamen damals ums Leben.

          Topmeldungen

          Laschet und Merkel in Stralsund am Dienstagabend

          Merkel und Laschet : Kann er Ostsee?

          In Stralsund macht Angela Merkel Wahlkampf mit Parteifreunden. Der eine will ihren Platz im Wahlkreis einnehmen – der andere jenen im Kanzleramt.
          Idar-Oberstein: Blumen und Kerzen sind vor der Tankstelle aufgestellt, in der ein Angestellter erschossen wurde.

          Idar-Oberstein : Allgegenwärtige Enthemmung

          Aus den widerlichen Reaktionen im Netz ist nicht auf das Tatmotiv in Idar-Oberstein zu schließen. Man muss aber nicht nach Idar-Oberstein schauen, um zu wissen, dass jeder „Extremismus“ in Bestialität enden kann.
          Der französische Präsident Emmanuel Macron am 7. September in Paris

          U-Boot-Streit mit Amerika : Warum Frankreich den Eklat herbeiführte

          Im U-Boot-Streit mit Amerika, Großbritannien und Australien hat Paris seine Botschafter aus Washington und Canberra zurückberufen. Im Gespräch mit der F.A.Z. erklären beide die Hintergründe und, wie sich die NATO aus ihrer Sicht ändern muss.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.