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Minenunglück in China : Zwei Wochen unter der Erde

Einer der verschütteten Männer nach der Rettung Bild: AFP

Nach einer Explosion in einer chinesischen Goldmine am 10. Januar wurden nun elf der verschütteten Bergarbeiter gerettet. Zehn weitere Kumpel werden noch vermisst.

          2 Min.

          Zwei Wochen nach einem Bergbauunglück in der chinesischen Provinz Shandong konnten elf der 22 verschütteten Kumpel am Sonntag gerettet werden. Ein Bergarbeiter wurde von den Behörden für tot erklärt. Er habe eine schwere Kopfverletzung erlitten und längere Zeit im Koma gelegen, berichtete das Staatsfernsehen. Über das Schicksal der übrigen zehn Männer gab es bis zum Abend keine Angaben. Die Nachricht von der erfolgreichen Rettungsaktion in der Goldmine von Qixia kam überraschend, denn noch am Freitag hatten die Rettungskräfte bekanntgegeben, dass sie 15 weitere Tage benötigen würden, um zu den Eingeschlossenen in 600 Meter Tiefe vorzudringen.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Am Sonntagmorgen um kurz nach elf Uhr kam dann die Eilmeldung des Staatsfernsehens: Der erste Bergarbeiter konnte lebend ans Tageslicht befördert werden. Sein Gesundheitszustand wurde als „extrem schwach“ beschrieben. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie er von Helfern zu einem Krankenwagen getragen wurde. Der Chefingenieur des staatlichen Bergbaurettungszentrums, Xiao Wenru, sprach von einem „großen Durchbruch“.

          Den übrigen zehn Geretteten gehe es körperlich und psychisch besser, weil sie in den vergangenen Tagen bereits über Seile mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, Verbandszeug und Kleidung versorgt werden konnten. Sieben von ihnen konnten laut Berichten von Staatsmedien selbständig zu den bereitgestellten Krankenwagen gehen. Ihre Augen wurden mit einer schwarzen Binde gegen das Tageslicht geschützt.

          Unfall erst 30 Stunden verspätet gemeldet

          Vor einer Woche konnte eine Gruppe der Bergarbeiter durch Klopfzeichen und Ziehen an den heruntergelassenen Seilen erstmals Lebenszeichen an die Rettungskräfte senden. Daraufhin wurden Zettel und Bleistifte sowie ein Mobiltelefon zu ihnen herabgelassen, um die Kommunikation zu ermöglichen. Kontaktversuche zu den anderen Bergarbeitern, die sich in anderen Minenabschnitten befanden, gelangen nicht. Am 10. Januar war es in der Goldmine in der Stadt Qixia aus unbekannten Gründen zu einer Explosion gekommen. Der Hauptschacht wurde dabei von Geröll blockiert und das noch im Aufbau befindliche Kommunikationssystem zerstört.

          Der Minenbetreiber Shandong Wucailong Investment meldete den Unfall erst mit 30 Stunden Verspätung. Der Bürgermeister und der Parteichef von Qixia wurden daraufhin entlassen. Über eine Bestrafung des Unternehmens oder verantwortlicher Mitarbeiter wurde nichts berichtet. Auch von einer Untersuchung der Unfallursache ist in Chinas Staatsmedien bisher keine Rede. An den Rettungsarbeiten sind nach offiziellen Angaben mehr als 630 Helfer beteiligt. Sie haben mehrere Tunnel in das Gestein gebohrt, um die Eingeschlossenen zunächst mit Sauerstoff und Nahrung zu versorgen und sie schließlich mit einem Förderkorb aus dem Innern der Mine zu befreien.

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