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Unwetter in Europa : Ein Gewitterkomplex – und mehr als 177.000 Blitze

  • Aktualisiert am

Der Sommer bringt Hitze und Gewitter. Bild: WetterOnline/Shutterstock

Die Gewitter über Deutschland in der Nacht waren zwar heftig, aber sie haben in anderen Ländern mehr Schäden angerichtet. Eine Entspannung der Lage ist nur teilweise in Sicht.

          In der Nacht zu Donnerstag ist ein großer Gewitterkomplex über die Westhälfte Deutschlands gezogen und hat für Starkregen mit bis zu 28 Litern pro Stunde und Quadratmeter gesorgt. Auf seinem Weg von Frankreich über die Benelux-Staaten bis an die Deutsche Nordseeküste entlud das Gewitter seine Energie in mehr als 177.000 Blitzen. Die Bahn hatte am Abend vor Einschränkungen des Bahnverkehrs gewarnt. Neben kleineren Verzögerungen durch Blitzschlag seien die aber ausgeblieben, sagte ein Bahn-Sprecher am Donnerstagmorgen. Einzig im Saarland, zwischen Neunkirchen und Ottweiler sei am Morgen noch mit Verzögerungen im Regionalverkehr zu rechnen. Hier war ein Baum auf eine Oberleitung gestürzt.

          Die schweren Unwetter mit Sturmböen haben besonders in den Niederlanden erhebliche Schäden hinterlassen. In Amsterdam seien fünf Menschen leicht verletzt worden, teilte die Feuerwehr am frühen Donnerstagmorgen mit. Eine Person sei von einem umfallenden Baum getroffen worden. Der Sturm habe „eine Spur der Verwüstung
          hinterlassen“, meldete die Feuerwehr. In der Nacht kam es im ganzen Land zu heftigen Gewittern, starkem Regen und Hagel. Bäume wurden entwurzelt und versperrten Straßen, Ziegel wurden von Dächern geweht und Straßen überflutet, berichteten die Einsatzkräfte.

          Aussichten auf das Wochenende

          Auch in den Nächten zuvor waren in Folge großer Temperaturunterschiede in Europa schon große Gewitter über den Westen und Südwesten gezogen. Damit sei dort nun erst einmal Schluss, sagte Meteorologe Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst (DWD). In der Nacht zu Freitag erwartet der Meteorologe dort zum ersten mal seit mehreren Nächten Temperaturen im einstelligen Bereich. „Da kann Westdeutschland nachts endlich mal wieder richtig durchlüften.“

          Nach den zahlreichen Gewittern in der Westhälfte und der trockenen Hitze im Osten könnte der Donnerstag zumindest zeitweise etwas Entspannung bringen. Eine Kaltfront ziehe von Westen her über Deutschland und bringe eine spürbare Abkühlung in der westlichen Landeshälfte auf um die 20 Grad, sagte der DWD-Meteorologe Beyer. Gewitter seien dort dann zunächst nicht mehr zu erwarten.

          Die würden dafür den östlichen Bundesländern bevorstehen – „da wird’s noch mal heftig heute“, sagte Bayer. Die Gewitter würden in der zweiten Tageshälfte aber auch größere Niederschläge bringen, etwa nach Brandenburg, wo bei Hitze und Trockenheit in den vergangenen Tagen mehrere Waldbrände ausgebrochen waren. Lokal könne es aber auch trocken bleiben und schon am Wochenende werde sich die Waldbrandgefahr ohnehin wieder erhöhen. Bis zu den Gewittern könnten zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen wieder bis zu 31 Grad erreicht werden, sagte Beyer.

          Ein Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Brandenburg hat sich unterdessen ausgebreitet. Mittlerweile brenne es auf einer Fläche von mehr 800 Hektar, teilte die Stadt südwestlich von Berlin am Donnerstagvormittag mit. Am Mittwochabend hatte die betroffene Fläche noch 600 Hektar betragen. In der Nacht hatten 120 Feuerwehrleute versucht, die Flammen einzudämmen. Es ist der größte Waldbrand in Brandenburg seit Jahrzehnten.

          Die um Amtshilfe gebetene Luftwaffe unterstützt die Löscharbeiten. Seit dem Morgen sei ein CH53-Hubschrauber im Einsatz, um die Flammen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog unter Kontrolle zu bringen. Für Orte in der Nähe der Waldbrände im Landkreis Teltow-Fläming besteht nach Angaben der Kreisverwaltung derzeit aber keine akute Gefahr.

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