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Ei-ichi Niegishis Frau Sumire bei der Nobelpreisverleihung an ihren Ehemann im Jahre 2010. Bild: Reuters

Nach Vermisstenmeldung : Ehefrau von japanischem Nobelpreisträger tot aufgefunden

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Ein japanischer Nobelpreisträger und seine Frau verunglücken mit dem Auto und sind danach nicht mehr zu finden. Nun ist die Frau tot aufgefunden worden. Schuld an dem Unfall könnte eine Erkrankung gewesen sein.

          Die Ehefrau des japanischen Chemie-Nobelpreisträgers Ei-ichi Negishi ist nahe einer Mülldeponie im amerikanischen Illinois tot aufgefunden worden. Sumire Negishi und ihr Mann waren am Montagabend vermisst gemeldet worden, so die Indiana State Police. Das Ehepaar sei auf dem Weg zum nahegelegenen Rockford International Airport gewesen, als ihr Fahrzeug von der Straße abkam. Die beiden Insassen seien unmittelbar danach nicht mehr auffindbar gewesen.

          Die Leiche der 80 Jahre alten Frau wurde schließlich nahe einer Deponie in Rockford im Norden von Illinois entdeckt, wie die örtliche Polizei mitteilte. Nobelpreisträger Ei-ichi Negishi wurde demnach sichtlich verwirrt in der Nähe der Fundstelle angetroffen und in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben des Magazins „People fand die Polizei den Professor über 300 Kilometer vom gemeinsamen Haus des Paares im amerikanischen Bundesstaat Indiana entfernt.

          Laut den Behörden wird in dem Fall zwar weiter ermittelt, es bestehe jedoch kein Grund zu der Annahme, dass ein Verbrechen vorliegt. Sumire Negishi litt an Parkinson und sei in den vergangenen Wochen im Kampf gegen die Krankheit am Ende ihrer Kräfte gewesen, ließen Familienangehörige in einer Erklärung gegenüber einer örtlichen Lokalzeitung verlauten.

          Als Ei-ichi Negishi am Tag nach dem Unfall gefunden wurde, habe er augenscheinlich nach Hilfe gesucht, sei desorientiert gewesen und habe unter Schock gestanden. Erst danach wurde die Leiche seiner Ehefrau sowie das Auto des Paares an der Mülldeponie entdeckt.

          Negishi sicherte sich den Nobelpreis gemeinsam mit seinen Kollegen Akira Suzuki und Richard F. Heck. (Archivbild)

          Ei-ichi Negishi gewann im Jahre 2010 den Nobelpreis in Chemie. Er war mehr als 30 Jahre lang Forscher an der Purdue Universität im amerikanischen Indiana. Universitätspräsident Mitch Daniels bedauerte nach Bekanntwerden des Todesfalls den Verlust und sprach von Sumire Negishi als wichtige Stütze für ihren Mann. „Über ein Leben voller Liebe und Loyalität hinweg unterstützte sie ihren Mann in seiner Karriere und seinen enormen Beiträgen, die er für die Wissenschaft geleistet hat“, wird Daniels von CNN zitiert. „Die Krankheit Parkinson, an welcher Frau Negishi litt, und geistige Verwirrung, die selbst den brillantesten Köpfen im Alter nicht erspart bleibt, führten zu den aktuellen, tragischen Entwicklungen. Solche Ereignisse sind so häufig und doch werden ihre Konsequenzen deshalb nicht weniger grausam.“

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