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Jahr 2016 : Wieder mehr Badetote in Deutschland

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Helfer der DLRG gehen im Juli 2014 über den Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Badetote gab es 2016 vor allem an Orten ohne Rettungsschwimmer. Bild: dpa

Mehr als 500 Menschen sind 2016 ertrunken. Das sind so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Unter den Toten sind auch viele Flüchtlinge.

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          Die Zahl der Badetoten in Deutschland ist abermals gestiegen. 2016 sind so viele Menschen ertrunken wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Zahl der Toten sei um 49 auf mindestens 537 Menschen angewachsen, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Berlin mit. Schon 2015 hatten die Lebensretter deutlich mehr Todesopfer verzeichnet als im Vorjahr.

          Hintergrund war auch der schöne Sommer, der viele Menschen ans Wasser lockte. Gut drei Viertel aller Opfer kamen in unbewachten Flüssen, Bächen, Seen und Teichen ums Leben. Hier müssten Staat, Länder und Gemeinden bessere Regelungen für die Sicherheit treffen, forderte DLRG-Vizepräsident Achim Haag. Darüber hinaus plädierte Haag für eine konsequente Umsetzung von Schwimmunterricht schon in der Grundschule sowie den Erhalt von kommunalen Schwimmbädern. Im vergangenen Jahr ertranken 46 Kinder bis 15 Jahren, das waren 21 mehr als im Vorjahr. Auch die hohe Zahl an Flüchtlingen unter den Opfern bereitet den Lebensrettern Sorgen. 2016 zählten sie 64 ertrunkene Asylbewerber, 2015 waren es 27.

          Rettungsschwimmer zahlen sich aus

          Während 406 Menschen in unbewachten Binnengewässern ums Leben kamen, ertranken lediglich 20 in der Ostsee und sechs in der Nordsee. „Es zahlt sich aus, dass in fast allen Badeorten an den Küsten unsere Rettungsschwimmer für mehr Sicherheit im und am Wasser sorgen“, sagte der DLRG-Vizepräsident. 19 Menschen ertranken in einem Schwimmbad, 86 weitere verloren in einem Hafenbecken, Graben oder an anderen Orten ihr Leben.

          Besonders gefährdet sind nach wie vor ältere Menschen – so ertranken 108 Männer und Frauen im Alter zwischen 71 und 85 Jahren. Wie schon in der Vergangenheit waren die Opfer 2016 zu knapp 77 Prozent Männer. Die meisten Badetoten – nämlich 91 – verzeichnete Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 76, Niedersachsen mit 58 sowie Baden-Württemberg mit 54 tödlichen Wasserunfällen.

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