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Waldbrände : Die „Kaiservilla“ auf Madeira ist abgebrannt

  • -Aktualisiert am

Feuerwehrmänner am Freitag beim Löscheinsatz auf Madeira Bild: AFP

Ein Großfeuer hat weite Teile der portugiesischen Atlantikinsel Madeira zerstört. Auch die Zufluchtsstätte des letzten österreichischen Monarchen Karl I. wurde ein Raub der Flammen.

          Bei dem Großfeuer auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira ist auch die „Kaiservilla“, die Zufluchtsstätte des letzten Kaisers von Österreich, abgebrannt.

          Karl I. und Kaiserin Zita waren im November 1921 nach der Absetzung und einer jahrelangen Odyssee durch Europa und die Türkei von einem britischen Schiff in das portugiesische Exil gebracht worden. Weil das Geld knapp wurde und die Kronjuwelen angeblich gestohlen worden waren, wurde ein Hotelaufenthalt des Paares in Funchal bald zu teuer. So bot ein lokaler Bankier seine Sommervilla in Monte über der Hauptstadt Funchal an.

          Der schon kränkelnde Kaiser, der dort unter ärmlichen Verhältnissen seine letzten Monate verbrachte, notierte, dass er „noch nie in seinem Leben so gefroren habe“. In der Stadt unten war es subtropisch, in der Quinta do Monte oben neblig und feucht. Als dann noch die Spanische Grippe ausbrach, infizierte sich auch Karl und starb schließlich am 1. April 1922 im Alter von nur 34 Jahren an einer Lungenentzündung. In der nahen Kirche Nossa Senhora wurde er bestattet.

          Der Kaiser wollte auf Madeira beerdigt werden

          Der portugiesische Diktator António de Oliveira Salazar, ließ später in der Wallfahrtskirche für seinen Sarg eine Seitenkapelle ausbauen. Während Karls Frau Zita, deren Mutter Portugiesin war, nach ihrem Tod im Jahr 1989 in der Wiener Kapuzinergruft beigesetzt wurde, ist der Kaiser auf ausdrücklichen Wunsch seines ältesten Sohnes auf Madeira geblieben. Dort habe man ihm Gastfreundschaft gewährt, sagte Otto von Habsburg zur Begründung.

          Seit der Kaiser als „vorbildlicher Christ, Familienvater und Herrscher“ im Jahr 2004 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde, ist seine Grabkirche, in der er einbalsamiert in einer Felduniform mit dem Goldenen Vlies ruht, ein auch von Ausländern und Pilgern häufig besuchter Anziehungspunkt.

          Zahlreich begleitete ihn die Bevölkerung von Madeira am Tag seiner Beerdigung, an dem zum letzten Mal ein Sarg von der Fahne mit dem Doppeladler der österreich-ungarischen Monarchie bedeckt war.

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