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Einsturz des Ponte Morandi : Firma wusste von Gefahr bei Genua-Brücke

Der Tag nach dem Unglück: am 14. August 2018 stürzte die Ponte Morandi in Genua ein. 43 Menschen mussten das Unglück mit dem Leben bezahlen. Nun werden Vorwürfe gegen die Betreiberfirma Alantia lauter. Bild: dpa

Vor knapp einem Jahr stürzte der Ponte Morandi in Genua ein. 43 Menschen starben. Nun werden Vorwürfe gegen die Betreiberfirma Atlantia laut: Offenbar wurden Einsturzgefahren bewusst ignoriert.

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          Die Betreibergesellschaft Atlantia der Autobahnbrücke Ponte Morandi in Genua war seit 2014 über die Einsturzgefahr des 1967 errichteten Viadukts über den Fluss Polcevera unterrichtet. Das geht aus Dokumenten hervor, die von Ermittlern in Computern in der Firmenzentrale in Rom gefunden wurden. Wie die Tageszeitung „La Repubblica“ berichtete, findet sich in Berichten der firmeneigenen Überwachungs- und Wartungsgesellschaft Spea aus den Jahren 2014 bis 2016 die Warnung, dass die Brücke einstürzen könnte.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          2014 wurde auch die Versicherungspolice für das stark befahrene Viadukt erhöht. 2017 ist dann nur noch vom „Risiko des Verlusts der Stabilität“ die Rede. Wie das Blatt berichtete, sollen die Manager des von der Familie Benetton kontrollierten Unternehmens von dem Einsturzrisiko gewusst, überfällige Reparaturarbeiten aber aus Kostengründen hinausgezögert haben. Zudem sollen die Ingenieure von Spea gedrängt worden sein, nicht länger Alarm wegen des Zustands der Brücke zu schlagen.

          Beim Einsturz der Brücke am 14. August 2018 kamen 43 Menschen ums Leben. Gegen 73 Personen, unter ihnen die Unternehmensführung von Atlantia, wird ermittelt. Den meisten wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

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