https://www.faz.net/-gum-7rx83

Havariertes Kreuzfahrtschiff : „Costa Concordia“ hat Giglio verlassen

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Zweieinhalb Jahre lag das Wrack der „Costa Concordia“ wie eine ewige Erinnerung an das Unglück mit mehr als 30 Toten vor der Küste der Insel Giglio. Jetzt hat das Kreuzfahrtschiff Kurs auf Genua genommen – und die Bewohner sind das Ungeheuer los.

          Die havarierte „Costa Concordia“ hat Kurs auf ihren Zielort Genua genommen. Das Schiff sei bereits etwa sechs Meilen von der Insel Giglio entfernt und werde mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Knoten (rund 3,7 Stundenkilometer) Richtung Norden geschleppt, sagte Ingenieur Franco Porcellacchia am Mittwochvormittag auf der Insel Giglio. „Alles hat perfekt funktioniert, sie sollte zwischen Samstagnacht und Sonntagmorgen in Genua ankommen.“

          Der Abtransport der „Costa Concordia“ hatte am Morgen begonnen. Zunächst wurde das Schiff von seiner bisherigen Befestigung gelöst und auf die vorgesehene Route ausgerichtet. Mehr als zweieinhalb Jahre nach der Havarie mit 32 Toten, darunter zwölf Deutsche, verabschiedete Giglio das schwer beschädigte Kreuzfahrtschiff mit Glockengeläut und Schiffssirenen.

          Die „Costa Concordia“ auf ihrem Weg zum Hafen von Genua Bilderstrecke

          Zahlreiche Bewohner und Touristen verfolgten gespannt das Manöver. Als sich der 290-Meter-Riese langsam von der Insel weg bewegte, jubelten und applaudierten sie. Bereits am Vormittag hatte sich das Schiff schon ein gutes Stück von der Insel entfernt. Am Nachmittag soll es endgültig Kurs Richtung Norden nehmen. Vier Schlepper ziehen es durch das nördliche Mittelmeer entlang der französischen Insel Korsika bis nach Genua, wo der havarierte Riese verschrottet werden soll.

          Nach den Berechnungen der Ingenieure braucht das Wrack mit den Schleppern rund vier Tage für die 350 Kilometer lange Strecke nach Genua. Die „Costa Concordia“ soll sich mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Knoten (rund 3,7 Stundenkilometer) bewegen. Begleitet wird sie von einem Konvoi aus zehn Booten, darunter zahlreiche Spezialschiffe, ein Segelboot mit Umweltschützern und die Küstenwache. Überwacht wird der Prozess von Ingenieuren in einem Kontrollraum auf dem Wrack.

          Das Meer wird um den Konvoi herum während der Reise weiträumig abgesperrt, ebenso der Luftraum. Am gefährlichsten für das Schiff sind starke Winde und Wellen, denen das Wrack möglicherweise nicht standhalten könnte. Dennoch sind die Fachleute optimistisch, dass die „Costa Concordia“ auch die letzte Etappe der insgesamt 1,5 Milliarden Euro teuren Bergung gut übersteht.

          Das Verschrotten des Wracks soll dann noch einmal knapp zwei Jahre dauern. Rund 1000 Arbeiter werden daran beteiligt sein, das Wrack des Unglücksschiffs in seine Einzelteile zu zerlegen. Etwa 80 Prozent der Materialien sollen dabei recycelt werden.

          Topmeldungen

          Gletscher Okjökull : Das Eis verlässt Island

          Die Gletscherschmelze ist ein eindrückliches Merkmal der Klimaerwärmung: Der einstige Gletscher Okjökull auf Island ist heute keiner mehr. Die isländische Ministerpräsidentin appelliert an die Weltgemeinschaft.
          In einem Gedenkgottesdienst nehmen Angehörige, Freunde und Nachbarn Abschied von dem achtjährigen Jungen

          Nach Frankfurter Gewaltat : Abschied von getötetem Achtjährigen

          Nach der grausamen Tat am Frankfurter Hauptbahnhof haben Angehörige, Freunde und Nachbarn in einem Gedenkgottesdienst Abschied von dem getöteten Jungen genommen. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier war anwesend.
          Angestellte von Google und Youtube beim Gay Pride Festival in San Francisco, Juni 2014

          Trump gegen Google : Man nennt es Meinungsfreiheit

          Ohne das Internet wäre Donald Trump wohl nicht amerikanischer Präsident geworden. Jetzt beschwert er sich über politische Ideologisierung bei Google. Aus dem Silicon Valley schallt es zurück.
          Im Jahr 2016 ist es in Kalkutta zwar noch wuseliger, aber die Anzahl der Läden und Fahrzeuge deuten auf einen Entwicklungsfortschritt hin.

          Wohlstand, Gesundheit, Bildung : Der Welt geht es immer besser

          Kurz bevor er starb, hat der schwedische Arzt Hans Rosling noch ein Buch geschrieben. Es hat eine zutiefst erschütternde These: Der Zustand der Welt verbessert sich, doch keiner bekommt es mit. Woran liegt das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.