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Schiffsunglück : Die „Costa Concordia“ soll in Genua verschrottet werden

  • -Aktualisiert am

Soll den Blick aufs Meer nicht mehr lange verstellen: die Costa Concordia Bild: AFP

Nur noch drei Wochen, dann könnten die Bewohner der Insel Giglio vom Anblick des riesigen Wracks befreit sein. Die „Costa Concordia“ soll in den Hafen von Genua geschleppt und verschrottet werden.

          Das Wrack des havarierten Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ soll im ligurischen Hafen von Genua-Voltri verschrottet werden. Damit entschied sich der italienische Ministerrat am späten Montag gegen den Wunsch der Regionalregierung der Toskana, die den im Januar 2012 leckgeschlagenen und vor dem toskanischen Giglio gestrandeten Ozeanriesen im toskanischen Hafen Piombino abwracken wollte, und für den Vorschlag der Reederei, die argumentiert hatte, Piombino brauche zu viel Zeit, um sich auf diese Arbeit vorzubereiten.

          Bei dem Unglück waren 32 Personen umgekommen, unter ihnen zwölf Deutsche. Noch läuft das Gerichtsverfahren gegen Kapitän Francesco Schettino, dem riskante Manöver zu nah an der Küste, unterlassene Hilfeleistung und das vorzeitige Verlassen des Schiffs vor Ende der Rettung aller 4229 Personen an Bord vorgeworfen werden. Er verließ das Schiff im Rettungsboot und kehrte trotzt mehrfacher Aufforderung der Hafenbehörde nicht zurück.

          Nun könne das Schiff „innerhalb der vorgesehenen Zeit“ von Giglio weggeschleppt werden, sagte Ministerpräsident Matteo Renzi, und der Chef der Reederei Costa Crociere, Michael Thamm, gab bekannt, das Bergungsunternehmen Titan Micoperi werde das Wrack in zwei Wochen so weit gehoben haben, dass es wieder bewegungsfähig sei. Für das Konsortium Titan Micoperi sind zur Zeit mehr als 350 Techniker auf der Insel Giglio im Einsatz.

          Am 8. Juli sollen die beiden letzten schwimmenden Pontons, die für den Transport nötig sind, am Wrack befestigt werden. Das Wrack könnte dann um den 20.Juli herum in den rund 280 Kilometer entfernten Hafen gebracht werden. Dabei soll es nach Angaben der Fachleute je nach Wetter über etwa vier Tage mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von zwei Knoten gezogen werden.

          Das Verschrotten in Genua, mit dem etwa 100 Arbeiter ein Jahr lang beschäftigt sein sollen, wird nach Schätzungen mindestens 100 Millionen Euro kosten. Zeitweise im Gespräch waren auch türkische Häfen, die merklich billigere Angebote für das Verschrotten des Kreuzfahrtschiffs abgegeben hatten als italienische.

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