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Deutschland : Flächendeckendes Messnetz kontrolliert Radioaktivität

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Radioaktivitätsmessnetz des Bundesamtes für Strahlenschutz Bild: Bundesamt für Strahlenschutz

Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach und das Strahlenschutz-Bundesamt sammeln gemeinsam Daten über Radioaktivität in Deutschland. Beide verfügen über ein flächendeckendes Netz von Messstationen im Land. Mit interaktiver Grafik.

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          Nach den Atomunfällen in Japan wächst bei vielen Bundesbürgern die Sorge über eine Ausbreitung der Radioaktivität bis nach Mitteleuropa. Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach erkundigen sich in diesen Tagen zahlreiche Anrufer nach der Überwachung der Radioaktivität in der Luft über Deutschland, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Gemeinsam mit dem Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) verfügt der Wetterdienst über ein flächendeckendes Netz von Messstationen in Deutschland, die die Radioaktivität messen. (siehe interaktive Karte: Überwachung der Radioaktivität in Deutschland)

          Nach Angaben des BfS würde ein Transport radioaktiver Partikel von Japan nach Europa freilich mehrere Wochen benötigen. Aufgrund der weiten Entfernung seien aber seriöse meteorologische Prognosen nicht möglich. In der Regel nimmt die Konzentration der radioaktiven Stoffe in der Luft mit wachsender Entfernung, durch den natürlichen Zerfall und Auswaschungen durch Niederschläge ab.

          Wetterdienst verantwortlich für Überwachung

          Für die Überwachung der Radioaktivität in der Atmosphäre ist seit 1955 der Deutsche Wetterdienst verantwortlich. Im Rahmen des Integrierten Mess- und Informationssystems zur Überwachung der Umweltradioaktivität (IMIS) sammelt der Wetterdienst an bundesweit 48 Luftmessstationen rund um die Uhr Daten. Mindestens einmal pro Woche werden in einem radiochemischen Zentrallabor zudem Proben
          ausgewertet, dann suchen die DWD-Experten gezielt nach Spuren von speziellen radioaktiven Elementen wie Strontium-90 und Plutonium-239/240.

          Außerdem kann der DWD Messungen mit einem Spezialflugzeug vornehmen, wenn nach einem Katastrophenfall auch in der höheren Atmosphäre mit Radioaktivität zu rechnen ist. Nach dem Atomunfall in Japan wurde das Flugzeug, das zuletzt nach dem Vulkanausbruch auf Island eingesetzt wurde, noch nicht aktiviert. Die gemessenen und ausgewerteten Daten werden vom DWD an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie das BfS weitergeleitet, die für die eventuell erforderliche Information und Warnung der Bevölkerung verantwortlich sind.

          Eigenes Messnetz des Ministeriums für Reaktorsicherheit

          Das BfS betreibt in Deutschland darüberhinaus ein eigenes umfassenden Messnetz mit etwa 1800 Messsonden, die kontinuierlich die Strahlung in der Luft messen. Außerdem unterhält das Bundesamt auf dem Schauinsland im Südschwarzwald eine internationale Messstation - eine von weltweit 80 sogenannten Radionuklidmesstellen. Das hochempfindliche Messlabor auf dem Hausberg der Stadt Freiburg funktioniert als Frühwarnsystem und kann sehr schnell geringe Spuren an Radioaktivität in der Atmosphäre aufspüren.

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