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Coppenbrügge : Drei Tote bei Busunfall

  • Aktualisiert am

Drei Menschen starben bei dem Unfall auf der B1 Bild: dpa/dpaweb

Zwei Kinder und ein Erwachsener sind am Donnerstag morgen bei einem Schulbusunfall in Coppenbrügge im niedersächsischen Landkreis Hameln-Pyrmont ums Leben gekommen. Weitere Schüler wurden verletzt, sagte ein Polizeisprecher.

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          Drei Schüler sind am Donnerstag beim Zusammenstoß eines Busses mit einem Lastwagen auf glatter Straße im Kreis Hameln-Pyrmont ums Leben gekommen. Die beiden Fahrer und mindestens zehn weitere Busfahrgäste wurden verletzt, drei davon schwer.

          Nach Angaben der Polizei war der Lkw bei Coppenbrügge im Schneetreiben auf die Gegenfahrbahn geraten, hatte dort den mit etwa 15 Fahrgästen besetzten Bus gerammt und seitlich aufgeschlitzt. In dem Linienbus saßen auch mehrere Schüler. Die Straße war nach Angaben der Kreisverwaltung erst wenige Minuten vor dem Unfall gestreut worden. Bei den Toten handele es sich um zwei 14 und 17 Jahre alte Mädchen und einen 18-jährigen Jugendlichen, sagte Polizeisprecher Heinz Mikus. Die Todesopfer stammen ebenso wie die meisten Verletzten aus den Orten Coppenbrügge und Salzhemmendorf. Die drei schwerstverletzten Fahrgäste, darunter ein 86 Jahre alter Rentner, wurden mit Hubschraubern in Krankenhäuser nach Hannover und Bielefeld geflogen.

          „Sie hatten keine Chance“

          Der Unfall ereignete sich gegen 8.00 Uhr am Ortsausgang von Coppenbrügge. Der Bus war auf dem Weg nach Hameln, als ihm der mit Eisenteilen beladene Sattelzug entgegen kam. „Zu diesem Zeitpunkt hat es stark geschneit“, sagte Polizeisprecher Jörn Schedlitzki. Die Ermittler gehen deshalb davon aus, daß der Lastwagen auf der glatten Fahrbahn ins Rutschen geriet. Die Bundesstraße 1 sei in diesem Bereich allerdings um kurz vor 8.00 Uhr gestreut worden, sagte Landkreissprecherin Christiane Lampen. Sie selbst sei mit ihrem Auto hinter dem Streufahrzeug hergefahren.

          Der Lininenbus hatte auch viele Schulkinder an Bord
          Der Lininenbus hatte auch viele Schulkinder an Bord : Bild: AP

          Als der Sattelzug ins Rutschen kam, knickte er am Gelenk für den Auflieger ein und geriet in den Gegenverkehr, erläuterte Polizeisprecher Schedlitzki. Der Sattelauflieger habe dann den Bus unmittelbar hinter dem Fahrersitz getroffen und auf der gesamten Länge regelrecht aufgeschlitzt. Die drei Todesopfer saßen im hinteren Bereich des Busses: „Sie hatten keine Chance.“ Die Polizei wußte zunächst nicht, ob sich außer den Toten und Verletzten noch weitere Menschen in dem Bus befunden hatten. Dies sei aber unwahrscheinlich, sagte Sprecher Mikus.

          Staatsanwaltschaft hat Wracks beschlagnahmt

          Der 48 Jahre alte Lastwagenfahrer aus dem Landkreis Schaumburg und der 54 Jahre alte Busfahrer erlitten einen Schock. Sie wurden wie die übrigen Leichtverletzten in nahe gelegene Kliniken gebracht. Die Identifizierung der Todesopfer sei wegen ihrer massiven Verletzungen sehr schwer gewesen, sagte Mikus. Die Polizei hatte die Angaben zur Identität der Toten mehrfach korrigiert. Für die betroffenen Angehörigen seien dies Stunden quälender Ungewißheit gewesen. Mehrere Seelsorger kümmerten sich an der Unfallstelle und an einem eigens eingerichteten Bürgertelefon um die Angehörigen, aber auch um die Einsatzkräfte.

          Die Staatsanwaltschaft hat die Wracks der beiden Fahrzeuge beschlagnahmt. Sachverständige sollen jetzt versuchen, den genauen Hergang des Unfalls zu rekonstruieren und die Ursache zu finden.

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