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Container der „MSC Zoe“ : Erhebliche Verschmutzung nach Havarie

Auf Borkum angeschwemmte Hausschuhe Bild: dpa

Auf der ostfriesischen Insel Borkum wird noch immer Fracht aus den Containern der „MSC Zoe“ angespült. Keine Klarheit herrscht bisher über den Verbleib der beiden verlorenen Container mit Gefahrgut.

          Nach der Havarie des Frachters „MSC Zoe“ vor der niederländischen und niedersächsischen Nordseeküste konnte inzwischen ein großer Teil der in einem Sturm verlorenen Fracht mittels Sonartechnik geortet werden. Das niederländische Ministerium für Wasserwirtschaft teilte mit, dass 220 der 281 Container lokalisiert wurden. 18 weitere Container seien an Land gespült worden. Die meisten in der Nordsee versunkenen Container sollen in einer Tiefe zwischen 20 und 30 Metern liegen und geborgen werden.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Keine Klarheit herrscht bisher über den Verbleib der beiden verlorenen Container mit Gefahrgut. Von dem einen Gefahrgut-Container mit 1400 Kilogramm Lithium-Batterien fehlt bisher jede Spur. Der andere Gefahrgut-Container mit 7700 Kilogramm Dibenzoylperoxid ist offenbar in der Nordsee aufgebrochen, denn an der Küste wurden einige 25-Kilogramm-Kunststoffsäcke der Chemikalie angespült. Sollte das Dibenzoylperoxid ins Wasser gelangen, seien nur „sehr lokal Auswirkungen auf die Meeresumwelt zu erwarten“, teilte das deutsche Havariekommando am Montag mit. Eine größere Gefährdung für Meeresorganismen und die marine Bodenfauna bestehe, wenn der Stoff am Strand austritt. Ein nachhaltiger Schaden sei aber in keinem Fall zu befürchten.

          Ein großer Teil der Container liegt nach Angaben der Behörden an zwei Stellen auf der Schifffahrtsroute nördlich der niederländischen Wattenmeer-Inseln Terschelling und Schiermonnikoog sowie östlich davon in Richtung der deutschen Insel Borkum. Der Schiffsverkehr werde nicht behindert. Mit drei Sonar-Schiffen sowie Flugzeugen hatte die niederländische Küstenwache in den vergangenen Tagen nach den Containern gesucht. Die Bergung könne Monate dauern. Die Schweizer Reederei MSC hat zugesagt, die Kosten für Säuberung und Bergung zu übernehmen. Auf einigen niederländischen Nordseeinseln und auch auf der ostfriesischen Insel Borkum hat es zum Teil erhebliche Verschmutzung durch angeschwemmte Fracht gegeben. Am Montag wurde in Borkum allerdings schon wesentlich weniger verlorene Ladung angespült.

          Die „MSC Zoe“ hatte trotz der Havarie ihre Fahrt nach Bremerhaven fortsetzen können und wird dort wegen der zum Teil ineinander verkeilten Container noch länger liegen müssen. Das Schiff gilt mit einer Ladung von bis zu 19.000 Containern und fast 396 Meter Länge als größter Frachter Europas. Aufgrund der Havarie Anfang Januar ist in den vergangenen Tagen eine Debatte über eine Verschärfung der Sicherheitsvorschriften entbrannt. Das Havariekommando tritt schon seit Längerem dafür ein, Container so auszustatten, dass sie aktiv per Satellit oder passiv durch Radar geortet werden können und samt Inhalt eindeutig zu identifizieren sind.

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