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Chronik abgeschossener Flugzeuge : Wenn Zivilisten vom Himmel geschossen werden

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Die Absturzstelle im Osten der Ukraine ist mit Trümmern übersät. Noch Stunden nach dem Aufprall, berichteten Augenzeugen, habe es nach verbranntem Gummi und Kerosin gerochen Bild: REUTERS

Die Boeing der Malaysia Airlines ist nicht das erste Zivilflugzeug, das von einer Rakete getroffen wurde. Militärs feuerten in der Vergangenheit schon oft irrtümlich auf Passagiermaschinen.

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          Das Flugzeug der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord, das über dem Osten der Ukraine möglicherweise von einer Boden-Luft-Rakete getroffen wurde, ist nicht die erste zivile Maschine, die in den vergangenen Jahren abgeschossen wurde. Dabei gab es hunderte Tote:

          23. März 2007: Eine Iljuschin einer weißrussischen Fluggesellschaft wird von einer Rakete kurz nach ihrem Start in der somalischen Hauptstadt Mogadischu getroffen, wo ein Bürgerkrieg tobt: Bei dem Absturz kommen elf Menschen ums Leben, an Bord waren weißrussische Ingenieure und Techniker.

          4. Oktober 2001: Eine Tupolew-154 der russischen Fluglinie Sibir, die auf der Linie zwischen Tel Aviv in Israel und dem sibirischen Nowosibirsk fliegt, explodiert über dem Schwarzen Meer rund 300 Kilometer von der Halbinsel Krim entfernt. 78 Menschen - die meisten Israelis - kommen ums Leben. Eine Woche später gibt Kiew zu, dass die Katastrophe auf den irrtümlichen Abschuss einer ukrainischen Rakete zurückzuführen ist.

          3. Juli 1988: Ein Airbus A300 der staatlichen Fluglinie Iran Air wird kurz nach seinem Start im südiranischen Bandar Abbas von zwei Raketen getroffen, die von einem amerikanischen Militärschiff aus abgefeuert wurden. 290 Menschen, die nach Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten fliegen wollten, kommen ums Leben. Die Besatzung der Fregatte „USS Vincennes“ gibt später an, sie habe den Airbus für einen feindlichen, iranischen Jagdbomber gehalten.

          Nacht vom 31. August zum 1. September 1983: Eine Boeing 747 der südkoreanischen Airline KAL wird von sowjetischen Kampfflugzeugen über der Insel Sachalin abgeschossen, nachdem sie von ihrer Flugroute abgewichen ist. Die 269 Menschen an Bord kommen ums Leben. Moskau erkennt seine Schuld fünf Tage später unter internationalem Druck an.

          27. Juni 1980: Eine DC9 der italienischen Fluggesellschaft Itavia mit 81 Menschen an Bord explodiert während des Fluges in der Nähe der Insel Sizilien. Die genauen Umstände der Katastrophe werden nie geklärt, doch wird stark angenommen, dass eine Rakete irrtümlich von amerikanischen Jagdflugzeugen oder französischen Militärmaschinen abgeschossen wurde, die die DC9 auf ihrem Weg von Bologna nach Palermo für eine libysche Maschine hielten.

          21. Februar 1973: Eine Boeing 727 der libyschen Fluglinie Libyan Arab Airlines auf dem Weg von Tripolis nach Kairo in Ägypten wird über der Sinai-Halbinsel von israelischen Jagdflugzeugen abgeschossen. 108 der 112 Menschen an Bord werden getötet. Das Flugzeug war von seiner Route abgekommen, und der Pilot hatte sich geweigert, zu landen.

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