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132 Tote : Flugzeugabsturz in China womöglich absichtlich herbeigeführt

Das von der Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichte Foto zeigt Rettungskräfte am Ort des Flugzeugabsturzes im südchinesischen Region Guangxi Zhuang. Bild: dpa

Die US-Zeitung „Wall Street Journal“ berichtet, dass der Absturz einer Boeing 737-800 möglicherweise absichtlich herbeigeführt worden ist. Danach hätte ein Pilot oder ein Eindringling den Sturzflug eingeleitet. Die Behörden in Peking reagieren empört.

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          Der Absturz einer Boeing 737-800 der Fluggesellschaft China ­Eastern vor zwei Monaten im südchine­sischen Guangxi ist möglicherweise absichtlich herbeigeführt worden. Das berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf „Personen, die mit der vorläufigen Bewertung amerikanischer ­Stellen vertraut sind“. Die auf einem der beiden Flugschreiber gespeicherten Daten deuteten darauf hin, dass jemand im Cockpit den fast senkrechten Flugverlauf durch Eingaben in das Kontrollsystem initiiert habe, zitiert die Zeitung eine namentlich nicht genannte Quelle. „Das Flugzeug tat, wozu es von jemandem im Cockpit angewiesen wurde.“ Amerikanische Ermittler konzentrierten sich derzeit auf die mögliche Rolle des Piloten, berichtete die Zeitung am Mittwoch.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Die Fluggesellschaft hatte nach dem Absturz im März mitgeteilt, dass der Pilot gesund gewesen sei und dass über ihn weder familiäre noch finanzielle Probleme bekannt seien. Die vom „Wall Street Journal“ zitierten Quellen halten es aber auch für denkbar, dass sich jemand von außerhalb Zugang zum Cockpit verschafft haben könnte. Die Fluggesellschaft bezeichnete dieses ­Szenario gegenüber der Zeitung als unwahrscheinlich und verwies auf offizielle chinesische Angaben, wonach aus dem Cockpit vor dem Absturz kein Notsignal abgesetzt worden sei.

          Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NTSB gewährt der chinesischen Flugaufsichtsbehörde CAAC technische Unterstützung bei der Auswertung der Daten. Die Ermittlungen werden aber von chinesischer Seite geleitet, weshalb die amerikanischen Fachleute laut dem „Wall Street Journal“ nicht zu allen Informationen Zugang haben.

          Die CAAC zeigte sich am Mittwoch in Peking irritiert von dem Medienbericht. Man habe sich von amerikanischer Seite bestätigen lassen, dass keine relevanten Informationen über die Ermittlungen an Medien weitergegeben worden seien, teilte die CAAC über Staatsmedien mit. Ein Verantwortlicher der amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde habe zugesichert, dass man sich an Geheimhaltungsklauseln halte und die Unter­suchungen „wissenschaftlich, stringent und geordnet“ vornehme. Die CAAC ging auf die Inhalte des Zeitungsberichts mit keinem Wort ein.

          In den Staats­medien wurde ebenfalls nicht darüber berichtet, sondern lediglich die CAAC zitiert. Diese wiederholte frühere Aus­sagen, wonach die beiden Flugschreiber beim Aufprall stark beschädigt worden seien und die Auswertung und Wiederherstellung der Daten noch nicht ab­geschlossen sei. Bisher gebe es keine Erkenntnisse über technische Probleme oder Verstöße gegen Vorschriften. Flug MU 5737 war am 21. März aus einer Höhe von 8900 Metern fast senkrecht zu Boden gestürzt und in einer Bergregion der Provinz Guangxi zerschellt. Alle 123 Passagiere und neun Crew-Mitglieder kamen ums Leben. Ein Angehöriger eines der Opfer forderte in der „South China Morning Post“ am Mittwoch Aufklärung.

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