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„Camp Fire“ in Kalifornien : Milliarden Schadenersatz nach Brand

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Im November 2018 stand Paradise in Flammen. Bild: AP

Vor eineinhalb Jahren zerstörte ein Feuer die kalifornische Stadt Paradise, mehr als 80 Menschen starben. Nun hat sich ein Energieunternehmen schuldig bekannt, den Brand ausgelöst zu haben und zahlt Milliarden an die Opfer.

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          Nach dem verheerendsten Flächenbrand in der Geschichte Kaliforniens, der vor eineinhalb Jahren die Stadt Paradise und umliegende Gemeinden heimgesucht hatte, hat sich das Energieunternehmen Pacific Gas & Electric (PG&E) der fahrlässigen Tötung von 84 Personen für schuldig bekannt. Der Stromversorger gab am Dienstag vor dem Obersten Gericht in Butte County zu, das sogenannte Camp Fire durch Nachlässigkeit verursacht zu haben.

          Untersuchungen hatten ergeben, dass am Morgen des 8. November 2018 der marode Haken eines Strommasts gebrochen war. Die Funken setzten damals das vertrocknete Gestrüpp in Brand. Innerhalb weniger Stunden zerstörten die Flammen die Stadt Paradise. Da Wagenkolonnen die Straßen der bergigen Region nordöstlich von San Francisco blockierten, flüchteten viele der etwa 27.000 Bewohner zu Fuß. Als die Brände an den Ausläufern der Sierra Nevada nach mehr als zwei Wochen eingedämmt wurden, gab es mehr als 80 Tote. In Paradise und Nachbargemeinden wie Concow und Magalia brannten fast 19.000 Wohnhäuser, Bürogebäude und Scheunen nieder.

          „PG&E wird das Camp-Feuer und alles, was es die Region gekostet hat, nie vergessen. Wir bedauern das Unglück und seine tragischen Folgen“, sagte Unternehmenschef Bill Johnson am Dienstag vor Gericht. Um die Insolvenz von PG&E abzuwehren, hatte er sich schon vor Monaten mit Staatsanwaltschaft und Bundesbehörden auf die Zahlung von 13,5 Milliarden Dollar Schadenersatz für die Opfer geeinigt. Obwohl die Untersuchungen ergaben, dass PG&E die Verpflichtung zu einer angemessenen Pflege der Stromeinrichtungen aus Kostengründen vernachlässigt hatte, sah das Gericht von Haftstrafen ab.

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