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Busunglück : „Schreckliches Drama“

  • Aktualisiert am

Ein Dutzend Insassen überlebte den Busunfall nicht Bild: dpa/dpaweb

Grausamer Unfall in der Schweiz: Nach einem Wintereinbruch stürzte auf der Paßstraße zum Großen Sankt Bernhard ein Reisebus in eine etwa 150 Meter tiefe Schlucht. Zwölf Menschen kamen ums Leben.

          Bei einem Omnibusunfall auf der Paßstraße zum Großen Sankt Bernhard im Schweizer Kanton Wallis sind am Sonntag morgen zwölf Personen ums Leben gekommen. Fünfzehn Personen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei am Nachmittag, vier von ihnen schwer.

          Nach ersten Ermittlungen geriet der Reisebus aus der Nähe von Bern von der schneeglatten Fahrbahn, durchbrach die Leitplanke und stürzte in eine etwa 150 Meter tiefe Schlucht. In der Schweiz und in Ostfrankreich war am Wochenende der Winter mit schweren Schneefällen zurückgekehrt.

          Reise in den Tod

          Der Bus mit 24 Schweizer Touristen, zwei Fahrern und einer Reisebegleiterin war am Morgen in der Nähe von Bern gestartet und hatte auf dem Weg ins italienische Savona in Lausanne und in Martigny weitere Passagiere aufgenommen. Die Reisenden wollten eine Kreuzfahrt beginnen, wie der Chef des Busunternehmens Marti-Reisen mitteilte. Gegen zehn Uhr vormittags rutschte das Fahrzeug hinter der Ortschaft Orsieres dann von der Straße in die Schlucht. Der Große Sankt Bernhard verbindet die Schweiz mit Italien.

          So wie der Bus nach dem Absturz aussieht, überrascht die Opferzahl nicht

          Die Strecke wurde in beide Richtungen gesperrt. Der Polizeisprecher sprach von einem „schrecklichen Drama“. Wie der Radiosender RSR berichtete, wurden viele Insassen aus dem Bus geschleudert, andere wurden im Wrack eingeklemmt. Die etwa 200 Rettungskräfte mußten angeseilt werden, um in die Schlucht zu gelangen. Ein Hubschrauber mußte wegen des schlechten Wetters umkehren.

          Das Reiseunternehmen Marti gehört zu den traditionsreichen Omnibusfirmen der Schweiz. Die Firma, die schon seit den zwanziger Jahren Busreisen organisiert, betreibt auch eigene Reisebüros und bietet Kreuzfahrten an. Die beiden Fahrer seien erfahrene Leute gewesen, die regelmäßig solche Einsätze gemacht hätten, sagte er. Es ist das schlimmste Busunglück in der Schweiz seit 1982. Unter den Toten befinden sich sechs Frauen, fünf Männer und ein Jugendlicher im Alter von 15 Jahren.

          Wintereinbruch in der Schweiz

          Die Schweiz und Ostfrankreich hatten am Wochenende einen Wintereinbruch erlebt. In der Region um Lausanne fielen 25 Zentimeter Schnee. Buslinien wurden unterbrochen und Straßen gesperrt. Die Polizei von Lausanne verbot Spaziergänge in Parks und Wäldern, da der Schnee naß und schwer war.

          Ähnlich sah es in Ostfrankreich aus, wo es in der Region Rhone-Alpes 24 Stunden lang schneite. Etwa 44.000 Haushalte waren deshalb am Sonntag morgen ohne Strom. In der Region sowie in der südlichen Auvergne und Burgund wurden mehr als 200 Personen aus ihren Wohnungen in Sicherheit gebracht, nachdem mehrere kleine Flüsse über die Ufer getreten waren.

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