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Burma : Schon mehr als 90 Tote bei Erdrutsch

Rettungskräfte suchen in dem schwer zugänglichen Gelände nach Opfern und Überlebenden des Erdrutsches Bild: AFP

In einer Bergwerksregion in Burma sind bei einem Erdrutsch mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 100 Menschen gelten als vermisst.

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          Bei einem Erdrutsch im Gebiet einer Jademine sind in Burma 90 Menschen getötet worden. Regenwasser soll dort am Samstag einen rund 300 Meter hohen Berg ins Rutschen gebracht haben, der aus ausgehobenem Erdreich bestand. Er begrub Dutzende Hütten von Wanderarbeitern unter sich. Viele von ihnen suchen nach Einbruch der Dunkelheit im Geröll des Bergwerks nach übrig gebliebenen Jadestücken. Wegen des von den Baggern nur lose aufgeschütteten Erdreichs ist das besonders gefährlich.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Zuletzt waren im  März bei einem ähnlichen Unglück zwölf Menschen ums Leben gekommen. Der Ort Hpakant im Bundestaat Kachin liegt im Norden Burmas und ist das Zentrum des Jadeabbaus in dem unterentwickelten südostasiatischen Land. Zu der Grenze nach China, wo traditionell sehr gut für die wertvolle Jade bezahlt wird, ist es nicht weit, der Schmuggel mit Edelsteinen ist in der Region weit verbreitet.

          Seit einigen Jahren tobt in dem Bundestaat auch ein zäher  militärischer Konflikt zwischen Rebellenarmeen und dem burmesischen Militär, in dem es nach Ansicht von Beobachtern auch um die Kontrolle über die Bodenschätze  geht. Neben Jade wird in dem Gebiet auch Gold abgebaut. Die Arbeitsbedingungen sind schlecht, der Missbrauch harter Drogen unter den Arbeitern verbreitet.

          Jadeproduktion als wichtige Wirtschaftsgrundlage

          Ähnlich wie im amerikanischen Goldrausch lockt das lukrative Bergbaugewerbe jährlich Tausende Arbeiter in die Region. Einem Bericht der Organisation Global  Witness zufolge wurde in Burma allein im vergangenen Jahr Jade im Wert von umgerechnet 29 Milliarden Euro produziert, das ist fast die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts von Burma. Die offiziellen Zahlen sind aber um ein Vielfaches niedriger, da ein Großteil des Geschäfts im Verborgenen getätigt wird.

          Bild: F.A.Z.

          Die Bergbaufirmen werden dem Bericht nach von Angehörigen der  Militärelite, Geschäftsleuten mit engen Verbindungen zu der früheren Militärdiktatur und lokalen Drogenbaronen kontrolliert. Nach Angaben von Einwohnern sollen sie zuletzt ihre Aktivitäten in Kachin noch verstärkt haben. Nach dem Bericht von Global Witness waren die Sicherheitsvorkehrungen in dem Gebiet in den vergangenen Wochen verschärft worden, offenbar damit nicht noch  weitere Details über das Schattengeschäft mit der Jade bekannt gemacht werden.

          Durch das katastrophale Unglück wird nun aber abermals der Fokus darauf gelenkt. Es wird damit gerechnet, dass die Zahl der Toten noch steigen könnte. Nilar Myint, ein Vertreter der örtlichen Regierung, sagt der Agentur AFP, dass nur ein Verschütteter lebend aus dem Geröll herausgezogen worden  sei. Er sei aber kurze Zeit später gestorben. Mitarbeiter des Roten Kreuzes, Soldaten, Polizisten und Helfer aus den Gemeinden seien im Einsatz, um nach Überlebenden zu suchen. Ihre Arbeit wurde durch das schlechte Wetter  erschwert.

          Erdrutsch : Rettungskräfte suchen nach Überlebenden in Myanmar

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