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Brücke eingestürzt : Süden Haitis wegen Hurrikan von Außenwelt abgeschnitten

  • Aktualisiert am

Zwei Jungen in einem Slum in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik Bild: AP

Mindestens acht Menschen sind in Haiti und der Dominikanischen Republik durch Hurrikan „Matthew“ ums Leben gekommen. Auch Amerika rüstet sich bereits für schwere Unwetter: 1,1 Millionen Menschen sollen ins Inland fliehen.

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          Durch den Hurrikan „Matthew“ sind in der Dominikanischen Republik mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Der Wirbelsturm zerstörte nach Behördenangaben außerdem fast 200 Häuser. Zuvor war „Matthew“ mit voller Wucht in Haiti auf Land getroffen, auch dort starben vier Menschen. Am Dienstag erreichte der Hurrikan dann Kuba.

          Das amerikanische Hurrikanzentrum NHC bezeichnete den Sturm, den stärksten in der Region seit einem Jahrzehnt, als „extrem gefährlich“. In Haiti hinterließ „Matthew“ bereits eine Spur der Verwüstung, dutzende Häuser wurden zerstört. Nach Angaben des Innenministeriums wurden mehr als 9000 Menschen in Notunterkünften in Schulen und Kirchen untergebracht.

          Mehr als vier Millionen Kinder könnten betroffen sein

          Vor allem an der Südküste Haitis sorgten heftige Regenfälle für schwere Überschwemmungen. Eine Brücke, die die Hauptstadt Port-au-Prince mit dem südlichen Landesteil verbindet, stürzte ein. Die Verbindung in die Region wurde dadurch abgeschnitten. Auch Telefonleitungen wurden gekappt.

          Karibik : Schwere Schäden durch Hurrikan Matthew

          Haiti gilt als ärmstes Land des amerikanischen Kontinents. Sechs Jahre nach einem verheerenden Erdbeben, bei dem 2010 rund 250.000 Menschen ums Leben kamen, leben immer noch tausende Obdachlose in Zelten.

          Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen warnte, mehr als vier Millionen Kinder könnten von den Auswirkungen von „Matthew“ betroffen sein. „Das ist der schlimmste Sturm in Haiti seit Jahrzehnten und die Schäden werden zweifellos beträchtlich sein“, sagte der örtliche Unicef-Vertreter Marc Vincent.

          Hurrikan „Mathew“ trifft auf die Küste Kubas.
          Hurrikan „Mathew“ trifft auf die Küste Kubas. : Bild: dpa

          „Krankheiten wegen verschmutzten Wassers sind in vergleichbaren Situationen die größte Gefahr für Kinder“, sagte er. „Unsere Priorität ist, die Versorgung der Kinder mit ausreichend sauberem Trinkwasser sicherzustellen.“

          Für kommenden Sonntag sind in Haiti Präsidentenwahlen angesetzt. Sollte die Abstimmung wegen des Hurrikans abgesagt werden, sind Unruhen zu befürchten. Haiti ist politisch äußerst instabil, das Ergebnis der letzten Wahl wurde wegen Manipulationsvorwürfen annulliert.

          Zwei Kinder starben in der Dominikanischen Republik

          In der Dominikanischen Republik, die sich mit Haiti die Insel Hispaniola teilt, starben zwei Kinder, als ihr Haus in einem Armenviertel der Hauptstadt Santo Domingo einstürzte, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Ein weiteres Kind und ein Mann wurden in anderen Stadtteilen unter Trümmern begraben.

          Mehr als 20 000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Rund 800 von ihnen wurden in Notunterkünften untergebracht. 31 Ortschaften waren von jeglicher Kommunikation abgeschnitten, wie das Zentrum für Katastropheneinsätze mitteilte.

          Verwüstungen in Leogane, Haiti.
          Verwüstungen in Leogane, Haiti. : Bild: AP

          Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) erreichte „Matthew“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Stundenkilometern die Ostküste Kubas, wie das amerikanische Hurrikanzentrum mitteilte. 1,3 Millionen Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

          „Wir haben Wellen von drei bis vier Metern Höhe. Außerdem heftigen Regen und leichte Überschwemmungen“, sagte der Leiter des Zivilschutzes der Stadt Baracoa, Tony Matos, am Dienstagabend (Ortszeit).

          Bäume stürzten um und Straßen wurden überschwemmt. Die kubanischen Behörden hatten die Bevölkerung in der Küstenregion allerdings bereits seit Tagen auf den Wirbelsturm vorbereitet. Die amerikanischen Streitkräfte zogen ihr nicht-essenzielles Personal von der Militärbasis Guantánamo ab.

          Notstand auch in Florida

          Auch Amerika rüstet sich bereits für schwere Unwetter. In den Bundesstaaten Florida und South Carolina und in Teilen von North Carolina wurde der Notstand ausgerufen. In South Carolina ordnete Gouverneurin Nikki Haley die Evakuierung der Küsten an. 1,1 Millionen Menschen sollen spätestens ab Mittwoch mindestens 160 Kilometer ins Inland fliehen.

          Auch in Florida sowie Teilen von Georgia und North Carolina verhängten die Behörden den Notstand. Präsident Barack Obama sagte eine für Mittwoch geplante Wahlkampfveranstaltung in Florida ab. Er wollte sich stattdessen im Hauptquartier der nationalen Katastrophenschutzbehörde FEMA über die Vorbereitungen informieren.

          „Matthew“ war zwischenzeitlich sogar zu einem Hurrikan der höchsten Kategorie fünf hochgestuft worden. Am Wochenende schwächte sich der Sturm jedoch wieder leicht ab und wurde auf die Stufe vier herabgesetzt.

          Topmeldungen

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