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Brand im Gästehaus : Die Opfer in Bayern starben an Rauchvergiftung

Das ausgebrannte Gästehaus in Schneizelreuth Bild: dpa

Die Todesursache der sechs Menschen, die am Wochenende in einem alten Bauernhaus in Bayern starben, ist geklärt. Die Ermittlungen nach der Brandursache laufen noch. Es könnte einen technischen Defekt gegeben haben.

          Die Zelte waren ihre Rettung. Nicht im Bauernhaus in Schneizlreuth, sondern in zwei großen Zelten auf der Wiese daneben übernachteten am Wochenende mehrere Gäste. Sie überlebten – während in dem alten Bauernhaus sechs Männer bei dem Brand in der Nacht auf Samstag ums Leben kamen und sieben Personen schwer verletzt wurden, zwei von ihnen so stark, dass sie in Spezialkliniken geflogen wurden.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Die Opfer sind Mitarbeiter des Bauunternehmens Lindner Group aus Arnstorf in Niederbayern, das zum 50. Jubiläum einen Team-Ausflug geplant hatte. Mit Kollegen übernachteten sie in dem umgebauten Bauernhaus aus dem Jahr 1541. Das Gebäude, das über 50 Betten und 200 Sitzplätze verfügt, ist das „Outdoorzentrum“ des Reiseveranstalters. Neben dem Bauernhaus hatte der Anbieter die Zelte für weitere Teilnehmer seiner Touren aufgebaut. Der Veranstalter richtet Hochzeits- und Geburtstagsfeiern aus und organisiert für Firmen Sportangebote wie Canyoning, Rafting, Berg- und Höhlentouren, Quad- und Drachenboottouren.

          Das Feuer brach gegen drei Uhr morgens im Obergeschoss des mit Schindeln gedeckten Gebäudes aus. Die insgesamt 47 Gäste, die allesamt zu der Gruppe aus Niederbayern gehörten, wurden im Schlaf überrascht. In Panik versuchten sie, alle anderen zu alarmieren, berichteten Überlebende der Katastrophe. Rund 250 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren im Einsatz. Zunächst hoffte man, dass die Vermissten im Chaos vor dem Gebäude noch auftauchen würden.

          Kein Hinweis auf Brandstiftung

          Erst nach mehreren Stunden hatte die Feuerwehr mit dem Technischen Hilfswerk das ausgebrannte Gebäude so gesichert, dass Feuerwehrkräfte nach weiteren Opfern und Brandschutzexperten des bayerischen Landeskriminalamtes nach der Brandursache suchen konnten. Am Samstagnachmittag fand man die sechs Vermissten tot im Obergeschoss des Gästehauses. Am Dienstag teilte die Polizei mit, die Männer, alle zwischen 30 und 40 Jahre alt, seien an Rauchvergiftung gestorben.

          Ein technischer Defekt an einer elektrischen Anlage könne als Ursache des Brandes nicht ausgeschlossen werden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Hinweise auf Brandstiftung mit Brandbeschleunigern ergaben sich demnach nicht. Die Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt nun zusammen mit der Kriminalpolizei.

          In Arnstorf soll am 15. Juni ein Trauergottesdienst stattfinden. Bis zu zwölf Notfallseelsorger der Diözesen Passau und Regensburg sind in dem Ort nach wie vor im Einsatz, um den Angehörigen beizustehen.

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