https://www.faz.net/-gum-8p49j

„Bleiben Sie im Haus“ : Deutschland, ein Eisblock

  • Aktualisiert am

Vorsicht: Ein Kind rutscht am Jungfernstieg in Hamburg wegen starker Glätte aus. Bild: dpa

Grüße vom Nordpol: Tief „Axel“ hat teilweise 30 Grad Minus nach Deutschland gebracht. Wetterexperten raten dazu, zu Hause zu bleiben. Viele stürzen auf glatten Straßen. Immerhin: Es wird wieder wärmer.

          Die Kälte aus der Arktis hat Deutschland mit Temperaturen bis minus 31 Grad eingefroren. Eine Wetterstation von Jörg Kachelmann in Marienberg-Kühnhaide (Sachsen) meldete am Samstagmorgen einen Tiefstwert von minus 31,4 Grad, während Meteomedia dort auf minus 30,6 Grad kam und der Deutsche Wetterdienst (DWD) an seiner eigenen Messstation in Marienberg nur minus 17 Grad registrierte. Der DWD maß die niedrigsten Temperaturen an zwei seiner Stationen in Bayern: je minus 26 Grad in Reit im Winkl und Schorndorf.

          Das sind für diesen Winter bundesweite Rekordwerte, die die Nacht zum Freitag übertreffen. Hintergrund ist das Tief „Axel“. Eisregen verwandelte die Straßen in weiten Teilen Deutschlands in gefährliche Rutschbahnen. Autofahrer, Radler, Fußgänger und sogar Streudienste kamen ins Schleudern. Skifahrer und Freizeitrodler konnten den Wintereinbruch am letzten Ferienwochenende dagegen genießen. Meteorologen erwarten, dass es in den kommenden Tagen wieder wärmer wird.

          Rettungskräfte stehen an einem umgekippten Lastwagen auf der Autobahn 7 zwischen Flensburg-Harrislee und Flensburg (Schleswig-Holstein). Grund für den Unfall war vermutlich Glatteis. Bilderstrecke

          Besonders in der Nordhälfte war die Glätte am Samstag gefährlich. Der Deutsche Wetterdienst warnte die Menschen unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern: „Bleiben Sie im Haus!“ Dutzende Fußgänger sind am Samstag in Hamburg auf Blitzeis ausgerutscht und haben sich Verletzungen zugezogen. Innerhalb von fünf Stunden rückten die Feuerwehr und beteiligte Hilfsorganisationen 210 Mal zu wetterbedingten Unfällen aus, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Fußgänger zogen sich bei den Stürzen demnach Knochenbrüche, Platzwunden, Prellungen und Zerrungen zu. Lebensgefährliche Verletzungen seien nicht dabei gewesen. Die Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden. Es habe bis zu 180 Notrufe pro Stunde gegeben, daher sei die Rettungsleitstelle um weitere fünf Mitarbeiter verstärkt worden.

          Zum Wochenbeginn sollen die Temperaturen wieder ansteigen

          Frischer Schnee lockte Freizeitsportler auf die Pisten. Skifahrer und Snowboarder fuhren etwa im Schwarzwald bei eisigen Temperaturen die Berge hinab. Am Feldberg in Baden-Württemberg betrug die Schneehöhe nach Angaben des zuständigen Liftverbunds morgens 5 bis 19 Zentimeter.

          Die Bedingungen dafür seien wegen geringer Schneeunterlage und Verwehungen aber nicht ganz optimal. Wochenlang hatten die Betreiber mangels weißer Pracht Kunstschnee ausgebracht. Auch am Samstag waren Schneekanonen im Einsatz. Gespurt war nur ein kleiner Teil.

          Zum Wochenbeginn sollen die Temperaturen nun wieder ansteigen. Dauerfrost gibt es nach Angaben des DWD in den kommenden Tagen dann nur noch im Osten und Südosten des Landes.

          „Bis auf den Mittwoch und die Nacht zum Donnerstag, an dem unsere Vorhersagen noch recht unsicher sind, erwarten wir in weiten Teilen Deutschlands einen typisch mitteleuropäischen Winter mit Schnee auf den Mittelgebirgen und Schmuddelwetter in den Niederungen“, sagte ein DWD-Meteorologe am Samstag in Offenbach. Die erwarteten Temperaturen liegen dabei meist zwischen zwei und sechs Grad.

          Topmeldungen

          Der Fall Lübcke : Wie ein Bumerang

          In Wiesbaden und Berlin bestimmt der Fall Stephan E. die Tagesordnungen. Nicht nur die Frage nach dessen Bezügen zum NSU ist noch zu klären. Die Grünen beklagen eine „eklatante Analyseschwäche“ des Verfassungsschutzes.
          Der Hedgefonds Elliott hat seinen Einstieg bei Bayer publik gemacht.

          Wegen seiner Mischstruktur : Elliott macht Bayer jetzt richtig Druck

          Der amerikanische Hedge-Fonds lässt Andeutungen fallen, die als Aufforderung zur Aufspaltung interpretiert werden können. Ganz nebenbei bestätigt er: Man ist mit einem 2-Prozent-Paket am Mischkonzern beteiligt.

          Trumps neue Sprecherin : Schroff und höchst loyal

          Donald Trump macht Stephanie Grisham, die Stimme der First Lady, zu seiner Sprecherin. Sie wird auch Chefin für strategische Kommunikation – eine machtvolle Position.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.