https://www.faz.net/-gum-pofo

Bildergalerie : Flutkatastrophe fordert mehr als 130.000 Todesopfer

  • Aktualisiert am

Vom Satelliten aus gesehen: Banda Aceh, Indonesien, am 24. Juni und 28. Dezember Bild: dpa/dpaweb

Mehr als 130.000 Todesopfer in Süd- und Südostasien und kein Ende abzusehen: Dies ist die furchtbare Bilanz vier Tage nach dem Seebeben im Indischen Ozean. Eine Hilfsaktion von weltweit ungekannter Größe hat begonnen.

          3 Min.

          Vier Tage nach der Flutkatastrophe in Süd- und Südostasien (Sonderseite: Die Flutkatastrophe) haben die Regierungen der betroffenen Staaten die Zahl der Toten am Donnerstag mit mehr als 130.000 angegeben. Im Norden der indonesischen Insel Sumatra, in der besonders betroffenen Provinz Aceh, sind nach vorläufigen Angaben des Gesundheitsministeriums in Jakarta rund 80.000 Menschen umgekommen. In Sri Lanka wurden mehr als 24.000 Tote gezählt. Der Koordinator der EU-Hilfe auf Sri Lanka, Philippe Nardin, erwartet jedoch "am Ende 40.000 bis 50.000 Tote". In Indien wurden nach inoffiziellen Angaben mehr als 10.000 Tote geschätzt.

          Die Zahl der in Südostasien vermißten Deutschen ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes auf mehr als 1000 gestiegen. Bislang seien 33 deutsche Todesopfer identifiziert worden, davon 26 in Thailand und sieben in Sri Lanka, sagte Staatssekretär Klaus Scharioth in Berlin. Auch 260 verletzte Deutsche seien registriert. Das Auswärtige Amt bemühe sich, möglichst viele Tote nach Deutschland zurückzubringen. Bundesinnenminister Schily hat deutsche Angehörige aufgerufen, bei der Polizei Vermißtenanzeigen aufzugeben.

          Allein in Baden-Württemberg werden rund 120 Menschen vermißt. Diese Zahl gehe aus einer Liste des Auswärtigen Amtes hervor, die am Donnerstag vom Bundeskriminalamt (BKA) übermittelt wurde, teilte das Stuttgarter Innenministerium mit. Ein BKA-Sprecher sagte, da es keine Sicherheit zu den Zahlen gebe, werde vorerst keine Aufschlüsselung nach Bundesländern veröffentlicht.

          Vom Satelliten aus gesehen: Banda Aceh, Indonesien, am 24. Juni und 28. Dezember Bilderstrecke

          Drei Millionen Menschen obdachlos

          Die Rettung der Deutschen aus Sri Lanka wurde am Donnerstag abgeschlossen. "Jeder ausreisewillige Deutsche ist ausgeflogen worden", sagte der deutsche Botschafter Jürgen Weerth in Colombo. Insgesamt wurden nach Angaben der Botschaft rund 3000 Deutsche aus Sri Lanka ausgeflogen. Etwa 600 EU-Bürger werden allein auf Sri Lanka vermißt. Die Zahl der in Thailand vermißten Schweden ist nach Medienangaben mit mehr als 3000 doppelt so hoch wie bisher offiziell bestätigt. Mit 53 Verletzten wurde der Lazarett-Airbus "MedEvac" der Bundeswehr am Donnerstag abend zurück in Deutschland erwartet. Geplant ist, daß das Flugzeug schon am Silvestermorgen wieder in das Katastrophengebiet fliegt. Zudem entsendet die Bundeswehr zur Rettung Verletzter das vor Dschibuti stationierte Versorgungsschiff "Berlin" nach Südostasien.

          Die Weltgesundheitsorganisation sagte am Donnerstag, daß allein in Indonesien bis zu drei Millionen Menschen obdachlos geworden seien. Hunderttausende Überlebende sind von Krankheiten bedroht. Zehntausende zusätzliche Helfer würden benötigt, um die Seuchengefahr einzudämmen. Nationale und internationale Hilfsorganisationen haben ihre Notmaßnahmen fortgesetzt und ausgeweitet. Die Vereinten Nationen sprachen von einer "außerordentlich großen Hilfsbereitschaft" weltweit. Unterdessen lösten Nachbeben und die Warnung des indischen Innenministeriums vor weiteren Beben Panik in den betroffenen Gebieten aus.

          Sondergipfel der Asean-Staaten vereinbart

          Topmeldungen

          Noch darf gereist werden: Eine Sprecherin steht im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens.

          Wirtschaftsrat der CDU : Verbot von Reisen in Risikogebiete gefordert

          Ob Amerika oder Indien, Israel, Südafrika oder die Türkei – die meisten Staaten gelten derzeit als Corona-Risikogebiete. Dorthin reisen darf man aber noch. Schluss damit, fordert ein CDU-naher Verband. Sonst drohe ein neuer Lockdown.

          Macrons Besuch im Libanon : Von Reue fehlt bislang jede Spur

          In Beirut wird Emmanuel Macron wie ein Heilsbringer empfangen. Frankreichs Präsident verspricht Hilfe – und mahnt Reformen an. Doch nichts deutet darauf hin, dass in der Politik des Libanon eine neue Ära beginnt. Am Abend werden 16 Hafenmitarbeiter festgenommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.