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Bericht der Vereinten Nationen : Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind

Weltweit sterben 5,4 Millionen Kinder vor Vollendung des fünften Lebensjahrs. (Symbolbild) Bild: dpa

Im vergangenen Jahr kamen weltweit 6,3 Millionen Kinder unter 15 Jahren ums Leben. Die meisten Todesfälle hätten durch eine bessere Grundversorgung verhindert könnten, meinen Experten.

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          6,3 Millionen Kinder und Jugendliche haben im vergangenen Jahr ihr Leben verloren. Im Durchschnitt starb damit auf der Welt alle fünf Sekunden ein Kind, das jünger als 15 Jahre alt war. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Vereinten Nationen am Dienstag vorgelegt haben. 2,5 Millionen der verstorbenen Kinder waren Neugeborene, 5,4 Millionen starben vor Vollendung ihres fünften Lebensjahrs.

          Tobias Schrörs

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Jeder zweite Todesfall in dieser Altersgruppe war südlich der Sahara zu beklagen. Besonders bedroht sind demnach Kinder in ländlichen Regionen und jene, deren Mütter keine Schule besucht haben. Kleinkinder in Somalia, Tschad oder der Zentralafrikanischen Republik haben die schlechtesten Überlebenschancen: Jedes achte Kind erlebt dort nicht einmal seinen fünften Geburtstag. Weitere 30 Prozent der Todesfälle bei den unter Fünfjährigen ereigneten sich in Südostasien. In Deutschland hingegen stirbt durchschnittlich eines von 250 Kindern, die jünger als fünf Jahre sind.

          Oft führen Komplikationen bei der Geburt oder Krankheiten wie Lungenentzündung, Neugeborenensepsis oder Malaria zum Tod. Bei älteren Kindern und Jugendlichen ist das Risiko hoch, an den Folgen von Verkehrsunfällen oder durch Ertrinken zu sterben.

          Nach Angaben eines Verantwortlichen des Kinderhilfswerks Unicef hätten die meisten Todesfälle mit Medikamenten, Zugang zu sauberem Wasser, Strom und Impfungen verhindert werden können. „Ohne verstärkte Maßnahmen werden zwischen heute und dem Jahr 2030 weitere 56 Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben – die Hälfte von ihnen Neugeborene.“

          Die Schätzungen von Unicef, der Weltgesundheitsorganisation, der Weltbank und der Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen zeigen insgesamt eine positive Tendenz. Verglichen mit 1990, sank die Zahl der verstorbenen Kinder unter fünf Jahren von 12,6 Millionen auf 5,4 Millionen im Jahr 2017. Doch laut Unicef schreitet der Prozess zu langsam voran. Die Weltgemeinschaft habe sich das Ziel gesetzt, bis 2030 das Überleben von Neugeborenen und Kleinkindern zu sichern.

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