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Bergsteiger-Drama : Elf Tote am K2

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Wieder ist der Himalaja Ort eines Bergsteigerdramas geworden: 11 Bergsteiger sind am zweithöchsten Berg der Welt, dem K2, in den Tod gestürzt. Der schwedische Bergsteiger Fredrik Sträng, der bei der Bergung mitgeholfen hatte, bezeichnete das Drama als Resultat von „Ruhmsucht und übertriebenem Ehrgeiz“.

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          Die Zahl der am Wochenende am K2 getöteten Bergsteiger ist auf elf gestiegen. Der pakistanische Staatssekretär für Tourismus, Shahzad Qaiser, sagte am Montag nach einem Krisentreffen in Islamabad, auch der Tod eines Franzosen und eines weiteren Pakistaners sei inzwischen bestätigt. Außerdem waren drei Koreaner, zwei Nepalesen, ein Norweger, ein Serbe, ein Ire und ein Pakistaner ums Leben gekommen. Weitere Opfer seien bei dem Drama an dem mit 8611 Metern zweithöchsten Berg der Welt nicht zu erwarten, fügte Qaiser hinzu. „Wir haben keine vermissten Bergsteiger mehr.“

          Qaiser sagte weiter, ein Italiener sei auf dem Weg zum Basislager, man stehe mit ihm in Kontakt. Ein zweiter Italiener habe das Lager bereits erreicht. Der Sprecher des Flugrettungsdienstes Askari Aviation, Mohammed Ilyas, erklärte, zwei niederländische Bergsteiger, die Erfrierungen erlitten hatten, seien mit einem Hubschrauber ausgeflogen worden. Ihnen müssten wegen der Erfrierungen möglicherweise Gliedmaßen amputiert werden, erläuterte Qaiser.

          „Ruhmsucht und übertriebener Ehrgeiz“

          Nach Angaben des pakistanischen Bergvereins bestiegen am Freitag insgesamt 22 überwiegend ausländische Kletterer in acht verschiedenen Gruppen den K2. Beim Abstieg riss eine Lawine etwa 350 Meter unterhalb des Gipfels Seile weg und damit die Bergsteiger in den Tod. Den Überlebenden war der Rückweg versperrt.

          Der K2 ist der zweithöchste Berg der Erde
          Der K2 ist der zweithöchste Berg der Erde : Bild: AFP

          Als Augenzeuge und Helfer bei Bergungsarbeiten hat der Schwede Fredrik Sträng (31) den Tod der Bergsteiger am K2 im Himalaya als Resultat von „Ruhmsucht und übertriebenen Ehrgeiz“ eingestuft. Sträng hatte seinen eigenen Aufstieg zusammen mit einem weiteren Bergsteiger vor der Unfallserie abgebrochen und sich später an der Bergung von Verletzten und Toten beteiligt. Er sagte am Sonntagabend im schwedischen TV-Sender SVT über den Massenaufstieg zwei Tage zuvor: „Das war wie der Marsch der Lemminge. Man glaubte ganz einfach, dass der an der Spitze schon wissen würde, was er tut.“

          Entweder abgestürzt oder erforen

          Er kritisierte, dass unerfahrene Bergsteiger bei ihrem Bestreben, den Gipfel des zweithöchsten Berges der Welt zu erreichen, die Notwendigkeit eines gesicherten Abstiegs vernachlässigt hätten. „Einige kamen ja noch um 20 Uhr abends am Gipfel an. Da war es schon dunkel, und sie mussten oben übernachten.“ Von den neun Betroffenen hätten nur zwei den Abstieg geschafft, während die anderen entweder abgestürzt oder erfroren seien.

          Der K2 im pakistanisch-chinesischen Grenzgebiet im Himalaya ist mit 8.600 Metern der zweithöchste Berg der Erde. Er gilt als schwerer zu besteigen als der rund 240 Meter höhere Mount Everest. Erst Mitte Juli scheiterte eine Expedition von drei Südtirolern im pakistanischen Himalaya an der Besteigung des Nanga Parbat. Der 37 Jahre alte Expeditionsleiter Karl Unterkircher bezahlte den Versuch, den mit 8.125 Metern neunthöchsten Berg der Erde auf einer neuen und schwierigen Route zu besteigen, mit seinem Leben. Er stürzte in eine Gletscherspalte.

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