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Beben in Haiti : Suche nach Überlebenden eingestellt

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UN-Soldaten sichern eine Lebensmittelausgabe in Port-au-Prince Bild:

Zehn Tage nach dem Erdbeben in Haiti hat die Regierung die Suche nach Überlebenden offiziell für beendet erklärt. Mit mehr als 111.000 Opfern zählt das Beben in Haiti zu den zerstörerischsten Naturereignissen der letzten 100 Jahre. Die Lage in Port-au-Prince bleibt angespannt.

          Nach dem Erdbeben in Haiti hat die Regierung die Suche nach Überlebenden zehn Tage nach der Katastrophe für beendet erklärt. Dies teilte das UN-Büro zur Nothilfe-Koordinierung in New York (OCHA) mit. Insgesamt konnten die Rettungskräfte bis zum 21. Januar 132 Menschen lebend aus den zerstörten Gebäuden bergen. Bis zum Freitag wurden 111.481 Leichen aus den Trümmern geborgen. Die Opferzahl ist die erste präzise Angabe seit dem Beben mit der Stärke 7,0 am 12. Januar.

          Kurz bevor die Suche nach Überlebenden eingestellt wurde, gab es am Freitag Berichte, dass noch zwei weitere Menschen lebend gefunden wurden. Lokale Radiosender berichteten, eine 84-Jährige und ein 22-Jähriger seien in Port-au- Prince aus den Trümmern eingestürzter Häuser geborgen worden. Den Mann habe ein israelisches Rettungsteam entdeckt, hieß es.

          Helfer lindern Leid

          Mit den mehr als 111.000 Opfern zählt das Beben in Haiti zu den zerstörerischsten Naturereignissen der letzten 100 Jahre. Dank der internationalen Hilfsaktionen und der unermüdlichen Arbeit tausender Helfer konnte das Leiden der bis zu drei Millionen Überlebenden bis zum Samstag etwas gelindert werden. Am Freitag öffneten erstmals wieder Geldtransfer-Firmen und Banken. In einigen Gegenden zieht eine Art normaler Alltag ein. Laut OCHA sind auch 30 Prozent der Tankstellen wieder in Betrieb. Dennoch müssen noch immer Tausende auf der Straße schlafen oder im Freien campieren. Leid und Not sind nach wie vor groß.

          Nach einwöchigem Einsatz sind am Samstag 31 deutsche Katastrophen-Helfer aus Haiti zurückgekehrt. Sie landeten am Morgen auf dem Frankfurter Flughafen. Dort begrüßten Familien und Kollegen die sichtlich erschöpften Helfer mit Applaus. Die Rettungsspezialisten verschiedener Feuerwehren und Hilfsorganisationen hatten mit Hunden und Sonden nach Verschütteten gesucht.

          Kindern vor Ort helfen

          Unterdessen empfing die französische Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy 33 Kinder aus Haiti, die von französischen Eltern adoptiert worden sind. Das UN-Kinderhilfswerks UNICEF warnte jedoch dringend vor den zwar gut gemeinten, aber für die Kinder äußerst zweifelhaften Auslandsadoptionen.

          „Selbst legale Adoptionen sind in aller Regel keine Hilfe“, hieß es von UNICEF in New York. „Alle Hilfsorganisationen sind sich einig, dass man die Kinder in ihrer Umgebung lassen soll. Helft ihnen, aber tut es da, wo sie sind“, sagte ein Mitarbeiter im UN-Hauptquartier. „Es ist verständlich und ja auch gut, dass viele den Menschen helfen wollen und gerade den Kindern. Doch wenn man sie aus ihrem Umfeld reißt, wie hart dieses auch sein mag, hilft man ihnen nicht.“

          Spendengala für die Opfer des Erdbebens

          Mit einer großen Spendengala haben Stars vor allem aus den USA mehrere Millionen Dollar für die Opfer des Erdbebens gesammelt. Die Fernseh-Show, die weltweit übertragen wurde, kam live aus Los Angeles, New York und London. Moderiert von George Clooney und dem aus Haiti stammende Musiker Wyclef Jean, sangen Musiker für die Überlebenden der Naturkatastrophe. „Wer das Beben überlebt hat, ist noch nicht gerettet“, sagte Clooney. „Es gibt auf Haiti viele Gefahren, eine der größten ist einfach nur Wasser, weil es oft nicht sauber ist.“

          Schauspieler wie Tom Hanks und Brad Pitt erzählten von einzelnen Schicksalen und baten um Spenden. Zwischendurch berichtete CNN-Chefreporter Anderson Cooper live aus Haiti. Madonna sang „Like A Prayer“, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, Gesandter der Vereinten Nationen für Haiti, sagte: „Vor dem Beben dachte ich: Haiti kann es schaffen. Jetzt, ich sage es Ihnen ehrlich, glaube ich es erst recht.“

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