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Basejumper Uli Emanuele : Der Felslochdurchspringer ist tödlich verunglückt

Das Lauterbrunnental ist mit seinen steilen Felswänden bei Basejumpern sehr beliebt. Bild: dpa

Ein spektakulärer Sprung durch ein schmales Felsloch machte den italienischen Basejumper Uli Emanuele berühmt. Nun hat ein Sprung im Schweizer Lauterbrunnental für ihn tödlich geendet.

          „Es ist der beste Sport“ – so hat der Italiener Uli Emanuele einmal das Basejumpen beschrieben. Seit neun Jahren betrieb der 30 Jahre alte Südtiroler das Fallschirmspringen von festen Objekten wie etwa Felsvorsprüngen. „Basejumpen ist das Schönste für mich, es ist das Einzige, das ich machen mag“, sagte er. Am Mittwoch nun ist der Extremsportler bei einem Flug im Lauterbrunnental im Schweizer Kanton Bern tödlich verunglückt. Nach Polizeiangaben kam er nach dem Absprung in eine instabile Fluglage, prallte gegen eine Felswand und stürzte danach in die Tiefe. Nur Stunden später kam im gleichen Tal ein weiterer Basejumper bei einem verunglückten Sprung ums Leben.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Uli Emanuele war sich des Risikos, das mit seinem Sport verbunden ist, bewusst. Aber er schwärmte oft von der einzigartigen Freiheit, die mit dem Flug im Wingsuit, dem Flügelanzug, verbunden sei. Auch er sei dabei nicht frei von Angst, „aber die Angst hilft auch, keine Fehler zu machen“. Weithin bekannt wurde der Italiener im Sommer 2015 mit dem spektakulären Sprung durch ein schmales Felsloch in der Schweiz, mit irrer Geschwindigkeit schoss er damals durch die nur gut zweieinhalb Meter breite Öffnung. Er filmte den Flug mit einer Helmkamera, das Video davon erregte international Aufsehen. Drei Jahre habe er sich allein für diesen Sprung vorbereitet.

          Das Lauterbrunnental mit seinen senkrechten Felswänden ist bei Basejumpern ein beliebtes Gebiet. Immer wieder kommt es dort aber auch zu tödlichen Unfällen. Weltweit sind seit Anfang der achtziger Jahre, als der Extremsport aufkam, schon mehr als 260 Basejumper ums Leben gekommen, davon mehr als 40 im Lauterbrunnental. Populär wurde in den vergangenen Jahren vor allem das Springen mit den Wingsuits. Sie ermöglichen einen teilweise mehr als 60 Sekunden langen vogelähnlichen Freiflug, ehe der Fallschirm geöffnet wird.

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