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Badeunfälle : Mehr Ertrunkene in deutschen Gewässern

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Ein Rettungsschwimmer überwacht im August 2015 die Nordseelagune in Butjadingen (Niedersachsen). An diesem Donnerstag hat die DLRG ihrer Ertrunkenen-Statistik vorgestellt. Bild: dpa

Fast 500 Menschen sind im vergangenen Jahr in Deutschland ertrunken. Das sind deutlich mehr als noch 2014. Auch Flüchtlinge waren unter den Toten.

          Mindestens 488 Menschen sind im vergangenen Jahr in Deutschland ertrunken. Das waren 96 Verunglückte und damit ein Viertel mehr als 2014, wie am Donnerstag die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bad Nenndorf mitteilte. Unter den Opfern waren auch 27 Flüchtlinge

          Diese neue Risikogruppe bereite den Rettern erhebliche Sorgen, erklärte DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje. Seine Organisation habe darauf reagiert. „Wir haben kurzfristig die Baderegeln in über 25 Sprachen übersetzt, um den Menschen aus anderen Ländern die Gefahren im Wasser zu verdeutlichen.“

          Der seit neun Jahren höchste Stand an Opfern ist laut DLRG auch auf den relativ schönen Sommer zurückzuführen. Demnach kamen allein 254 Menschen von Juni bis August um. Unfallschwerpunkte seien nach wie vor unbewachte Binnengewässer.

          In Flüssen, Bächen, Seen und Teichen ertranken 387 Menschen und damit fast 80 Prozent aller Opfer, so Hatje. Elf Menschen ertranken in einem Schwimmbad, fünf in einem privaten Gartenteich oder Swimmingpool. 71 weitere verloren in einem Hafenbecken, Graben oder an anderen Orten ihr Leben.

          Kinder nicht aus den Augen lassen

          88 Ertrunkene waren zwischen 71 und 80 Jahren alt, wie es hieß. Bei den 16- bis 25-Jährigen waren es 72 Menschen. Von den Kindern bis 15 Jahre kamen 25 Mädchen und Jungen ums Leben, vier mehr als vor einem Jahr.

          Die DLRG appellierte an die Eltern, die Kleinsten nicht aus den Augen zu lassen. Schon ein flacher Gartenteich könne für sie zur tödlichen Gefahr werden. Ebenso zeige die Statistik, dass der Schwimmunterricht in den Schulen konsequent durchgeführt werden müsse. „Wir setzen uns deshalb mit Nachdruck für den Erhalt der Bäder ein und fordern die Kommunen auf, gerade den Grundschulen einen Zugang zu Bädern zu ermöglichen“, sagte Hatje.

          Die 1913 gegründete DLRG ist nach eigenen Angaben mit rund 1,3 Millionen Mitgliedern und Förderern die größte Wasserrettungsorganisation der Welt.

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