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„Dinosaurier-Bäume“ : Australische Feuerwehr rettet Millionen Jahre alte Baumart vor Bränden

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Die knapp 200 „Dinosaurier-Bäume“ stehen an einem geheimen Ort in den australischen Blue Mountains. Bild: AFP

In einer Geheimaktion haben australische Feuerwehrleute eine rund eine Million Jahre alte Baumart vor den Buschbränden gerettet. Die eigentliche Bedrohung der „Dinosaurier-Bäume“ bleibt allerdings bestehen.

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          Australische Feuerwehr-Spezialisten haben in einer Geheimaktion den weltweit einzigen Bestand einer Millionen von Jahren alten Baumart vor den seit Monaten tobenden Buschbränden gerettet. Der Rettungseinsatz für die Wollemien in der Unesco-Welterberegion der Blue Mountains nordwestlich von Sydney sei erfolgreich verlaufen, berichtete der Umweltminister des Bundesstaates New South Wales am Mittwochabend.

          Die immergrünen Wollemien sind lebende Fossilien, die Art existierte schon vor den meisten Dinosauriern. Die Baumart war ursprünglich nur durch bis zu mehr als 200 Millionen Jahre alte Fossilienfunde bekannt – bis 1994 lebende Exemplare in einer Schlucht in den Blue Mountains entdeckt wurden. Wo genau die knapp 200 Bäume stehen, wird geheim gehalten, um sie vor Schäden durch Neugierige zu bewahren.

          „Illegale Besucher bleiben eine große Bedrohung“

          Laut den Behörden näherten sich bei einem Ende 2019 ausgebrochenen Waldbrand die Flammen den Wollemien. Feuerwehrleute hätten aus Löschflugzeugen Brandschutzmittel abgeworfen, um einen Schutzwall rund um die Wollemi-Schlucht zu errichten. Spezialisten seilten sich über dem Tal ab, um ein Bewässerungssystem anzulegen und genügend Feuchtigkeit für die Bäume zu liefern.

          New South Wales Umweltminister Matt Kean sprach am Mittwoch von einer „noch nie dagewesenen Umweltschutzmission“. Einige der Wollemien seien zwar durch die Flammen verkohlt, insgesamt sei der Bestand jedoch vor dem Feuer gerettet worden.

          Auch künftig soll der genaue Standort der „Dinosaurier-Bäume“ geheim bleiben. „Illegale Besucher bleiben eine große Bedrohung für das Überleben der Wollemien in freier Natur“, erklärte Kean. Eindringlinge könnten nachwachsende Pflanzen zertrampeln oder Krankheiten einschleppen.

          Experten hatten in den vergangenen Jahren Wollemien vermehrt und sicherheitshalber Schösslinge an botanische Gärten in aller Welt abgegeben, um die Art zu erhalten. Doch die Blue Mountains sind die einzige Region, wo es Exemplare in ihrer natürlichen Umgebung gibt.

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